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Schaephuysener trauern um Bischof Viktor Josef Dammertz

Emeritierter Bischof von Augsburg : Schaephuysener trauern um Bischof Viktor Josef Dammertz

Der in Saelhuysen geborene langjährige Bischof von Augsburg ist im Alter von 90 Jahren gestorben.

Seiner niederrheinischen Heimat blieb er stets verbunden, ebenso der Schaephuysener St.-Hubertus-Kirche. „Hier bin ich getauft und gefirmt worden, habe hier die erste Heilige Kommunion empfangen. Ich bin gerne zurückgekommen und danke dafür, dass Gott mich gerufen hat“, hatte Bischof Viktor Josef Dammertz 2007 gesagt, als er in Schaephuysen sein 50-jähriges Priesterjubiläum feierte. Am Montag ist Dammertz im Kloster St. Ottilien bei München gestorben. Er wurde 90 Jahre alt.

Dammertz, am 8. Juni 1929 in Saelhuysen geboren, wurde 1954 Mönch der Erzabtei St. Ottilien, 1957 empfing er dort die Priesterweihe. In den Jahren 1962 bis 1965 erlebte er das Zweite Vatikanische Konzil in Rom als Sekretär und Chauffeur von Erzabt Suso Brechter OSB. 1975 wurde Dammertz Erzabt von St. Ottilien, zwei Jahre später Abtprimas der weltweiten Benediktinischen Konföderation. Von 1992 bis zu seiner Emeritierung 2004 leitete er das Bistum Augsburg. Danach lebte er einige Jahre als Hausgeistlicher bei den Schwestern von St. Alban in Dießen am Ammersee, bevor er 2018 in sein Heimatkloster St. Ottilien zurückkehrte.

„In Saelhuysen und Schaephuysen kannte ihn irgendwie jeder“, sagte am Dienstag Paul Schüren, Brudermeister der St.-Martinus-Quirinus-Schützenbruderschaft Saelhuysen-Finkenberg. Schüren und andere Schaephuysener waren zuletzt im Herbst 2019 nach Bayern gefahren, um Dammertz zu besuchen. „Aber wir konnten ihn nicht sehen, es ging ihm nicht gut“, sagte Schüren. Die Schützenbruderschaft habe noch nicht über den Tod ihres Ehrenmitglieds gesprochen. „Aber das Mindeste, was wir tun können, ist, einen Kranz zur Beerdigung zu schicken.“

Der Rheurdter Pfarrer Norbert Derrix bedauerte am Dienstag, dass er wegen anderer Verpflichtungen nicht persönlich an der Trauerfeier teilnehmen kann. 2007 hatte Derrix zu den Kozelebranten gehört, die im Augsburger Dom das Goldene Priesterjubiläum von Dammertz mitfeierten. „Ich habe den Mann sehr, sehr gemocht“, sagte Derrix. „Ich habe ihn als sehr warmherzigen Menschen erlebt.“ Schon als Messdiener war Derrix in Geldern Dammertz erstmals begegnet – und war beeindruckt vom Auftreten des damaligen Abtprimas der Benediktiner: „Er nahm uns kleine Messdienern genauso aufmerksam wahr wie den Priester.“

In den letzten Jahren litt Viktor Josef Dammertz unter körperlichen Gebrechen, der Tod habe sich seit langer Zeit angekündigt. „Geistig war er aber topfit“, sagte Pfarrer Derrix. „Er ist jetzt an keinem schlechteren Ort.“ Das Pontifikalrequiem für den Verstorbenen wird am Samstag, 7. März, um 9.30 Uhr im Dom zu Augsburg gefeiert. Zelebrant wird Kardinal Reinhard Marx sein, die Predigt hält Diözesanadministrator Prälat Bertram Meier. Anschließend wird der Verstorbene im Dom bestattet.