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Schaephuysener sollen Bürgeräpfel stibitzen

Rheurdt : Schaephuysener sollen Bürgeräpfel stibitzen

Vor einem Jahr hat die IG Schaephuysener Bürger und Vereine die Bäumchen gepflanzt. Nun tragen sie die ersten Früchte.

Für Michael Sonfeld ist es kein Diebstahl, einen Apfel von den Spalierobstbäumen schräg gegenüber der Hubertuskirche zu pflücken. „Ich habe mich diebisch gefreut, als der erste Apfel stibitzt wurde“, sagt das Mitglied der Projektgruppe „Dorfbild Schaephuysen“. „Das zeigt, dass unsere Idee angenommen wird. Die Schaephuysener dürfen nicht nur Bürgeräpfel pflücken, sie sollen es sogar.“

Im Herbst 2017 hat die Arbeitsgruppe an der Mauer des Gehöftes Pins, links der Bäckerei Hoenen an der Hauptstraße, drei Spalierapfelbäumchen pflanzen lassen, abgestimmt mit der Interessengemeinschaft Schaephuysener Bürger und Vereine sowie der Gemeinde. Nun tragen der Jonagold, der Jonagold Wintergold und der Pinova das erste Mal rote und goldgelbe Früchte.

„Vorher befand sich dort ein unansehnlicher Streifen, auf dem oft Müll lag“, berichtet Claudia Koschare, Sprecherin der Projektgruppe. „Außerdem war es eine Köttelecke für Hunde – schräg gegenüber der Hubertuskirche.“ So hatten Mario Gürtner, Christoph Pösken, Marcell Schüren, Michael Sonfeld, Hans-Rainer Tabke und sie, die die Projektgruppe „Dorfbild Schaephuysen“ der Interessengemeinschaft bilden, die Idee, drei Apfelbäumchen setzen zu lassen, um die schmuddelige Ecke im Dorf in eine schöne zu verwandeln.

„Der Boden musste getauscht werden, weil er steinig und lehmig war“, erzählt Claudia Koschare. „Sonst wären die Bäumchen nicht angegangen.“ Sie wuchsen und entwickelten sich gut, wie die Dutzenden Äpfel zeigen, die sie zurzeit tragen. „Im Sommer wurden sie von Andrea del Ben, der gegenüber wohnt, in einer Beetpatenschaft gepflegt und gewässert. Er ist Mitglied des Gartenkultur- und Heimatpflegeverein Schaephuysen. Sonst wären sie wohl eingegangen, weil es seit Mitte Mai sehr warm war und fast gar nicht geregnet hat.“

Wenn Mitte Oktober die letzten Früchte gepflückt sein werden, kann das Neufelder Garten- und Landschaftsbauunternehmen Walleneit, das die Spalierbäume gepflanzt hat, diese schneiden und nachbinden. „Die Apfelbäumchen zeigen, wie Bürger auf kleinen Flächen aktiv für den Artenschutz sein können, zum Beispiel für die Bienen“, sagt Claudia Koschare. „Kinder sehen, wie Erwachsene, wie die Bäumchen blühen und langsam kleine Früchte bekommen, die bis zum September immer größer werden. Vielleicht stibitzen sie einen roten oder goldgelben Bürgerapfel und lassen ihn sich schmecken. Das ist gewollt und wunderschön. Damit ehren sie die Apfelbäume, die ihnen Früchte bringen.“