Schaephuysen: Schopser Jecken unterhalten mit handgemachtem Karneval

Tolle Tage in Schaephuysen : Schopser Jecken unterhalten mit handgemachtem Karneval

Sie haben den Glauben an den Karneval nicht verloren und nach einer Pause den Neuanfang vor zwei Jahren gewagt – mit Erfolg.

Monatelang hat die rund 24-köpfige Gruppe der Schopser Jecken an dem Programm gefeilt, Kostüme und Bühnenbilder entworfen. Freitag und Samstag holten sie sich bei ihrem Publikum im Saal Winters-Gilbers in Schaephuysen den verdienten Lohn ab. Am morgigen Dienstag sorgt der Seniorennachmittag für einen Nachschlag.

Der Abend startete mit dem obligatorischen Einmarsch, diesmal mit dem Bierkastenwalzer aller Aktiven. Martina Thiel und Gaby Evers-Kieser führten durch den Abend. Musikalisch lieferte Jürgen Schuhe als „Pianomann“ ein gelungenes Tastenspiel ab. Lasse und Martin Grögor, das Sohn-Vater-Gespann, hatte bei der Technik die Fäden in der Hand.

Ein Feuerwerk an guter Laune schossen die Jecken ab, brillierten als alleinlebende weibliche Schachtelwesen, immer auf der Suche nach dem passenden Partnern. Zu anstrengend, so ihr Fazit, das Lebensgefühl geht völlig verloren. Die Mannschaft bediente im Verlauf des Abends ganz unterschiedliche Themen, hatte auf das Alter die eigene Sicht oder lud zum Kundengespräch ins Jobcenter ein. Als Kundin mit Migrationshintergrund scheute sich Hatice (Jojo Haffmanns) nicht, ihre Kundenberaterin (Saskia Tebarth) von ihren Talenten zu überzeugen. Ja, sie könne auch tanzen, erklärte Hatice. Mit kreisenden Hüften, wippenden Schultern und weiteren Bauchtanzelementen brachte Hatice den Saal schnell auf höhere Betriebstemperaturen.

Ähnlich gelungen der Beitrag der synchron Schwimmenden im Ringelshirt. Auch nach der Pause, die das Trommlercorps der Vlü-Ka-Ge musikalisch einläutete, setzte die Mannschaft weiter gezielt ihre jecken Hiebe. Die Schopser Jecken hatten weder Mühen noch Kosten gescheut, für einen gelungenen Abend mit den „Drei Tenören“ (Jojo Haffmanns, Stephan Kempken, Christoph Schmidt) die Klassik ins Programm zu nehmen. Der Partyhit „Cordula Grün“ folgte, bevor der „Fusse“ (Gabi Tebarth-Lehmann) aus dem ehelichen Alltag in bewährter Manier plauderte.

Ganz zum Schluss, gegen Mitternacht, gehörte allen Akteuren mit einem gemeinsamen Tanz die Bühne. Beide Abende mit handgemachtem Programm sind auch ein Beleg dafür, wie sich aktuell König Karneval und jeckes Brauchtum pflegen lässt. Wesentlich zum Erfolg beigetragen haben dabei die Neuzugänge „mit guten Ideen und jeder Menge Engagement“, sagt zur Gruppenkonstellation Sabine Gallach. „Wir haben den Glauben an den Karneval nicht verloren. Alle Arbeit hat sich gelohnt“, hieß es zum Schluss von den Schopser Jecken, die nach einer Pause den Neuanfang vor zwei Jahren wagten.

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