Schaephuysen schnappt sich das Gold im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

Erfolg im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ : Schaephuysen schnappt sich das Gold

Tauben-Start, Zumba-Tanz, Musik, Gesang – Mit dieser Mischung holte Schaephuysen Gold im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Die grünen T-Shirts waren der Blickfang an Fronleichnam. Rückenaufschrift: „Wenn Sie das hier lesen, stehen Sie hinter einem echten Schaephuysener“. Nun müssen sie im Dorf darüber nachdenken, einen zweiten Goldstern vorn links aufzusticken, wie bei der Fußballnationalmannschaft. Zum zweiten Mal nach 1977 holt Schaephuysen Bundes-Gold an den Niederrhein. Zusammen mit sieben weiteren Dörfern in Deutschland überzeugte Schaephuysen die Bewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Mehr als drei Stunden lang hatten Experten das Dorf unter die Lupe genommen, das seinerseits nichts ausließ – weder den traditionellen Brieftaubenstart, den Männergesangverein, zukünftige Dorfkernplanung, den demnächst zu öffnenden Generationenpark  noch den Hinweis darauf, dass das Internet schon bald glasfasergeschwind in jedes Haus kommt.

„Das ist eine Supernachricht“, freute sich Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen. In einer ersten Reaktion auf die am Donnerstagnachmittag bekannt gegebene Gold-Nachricht verwies Kleinenkuhnen auf die Geschichte und all die Anstrengungen, die hinter der mit 15.000 Euro dotierten Auszeichnung stecken.

Los ging’s 2015 mit mehreren Nackenschlägen. Volksbank und Sparkasse schlossen gleichzeitig ihre Schaephuysener Filialen und verwiesen auf die Geschäftsräume im nahen Rheurdt. Als ob das dasselbe wäre. Zusätzlich machte die Grundschule dicht und zog – richtig – ebenfalls nach Rheurdt. Vergessen! „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg war die großartige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Begehung und all das Engagement.“, sagt Ralf Thier, zusammen mit Hans-Jakob Wormann und der Interessengemeinschaft Schaephuysener Bürger und Vereine der Motor hinter der Operation: „Wir ziehen uns am eigenen Schopf aus dem Stimmungstief.“

„Mich hat beeindruckt, dass die Schaephuysener vom Kreiswettbewerb über den Landesentscheid bis jetzt zum Bundeswettbewerb jedes Mal noch ein Schüppchen draufgelegt haben“, sagt Bürgermeister Kleinenkuhnen. CDU-Fraktionschef Hans-Reiner Tabke gratulierte den Bürgern zum Erfolg: „Sie haben viel bewegt für das Dorf.“ Werner Fronhoffs, SPD, schloss sich an: „Da sieht man, was es alles bewirken kann, wenn sich Bürger engagieren.“ Frank Hoffmann von den Grünen betonte, „dass jetzt im Bundeswettbewerb die Konkurrenz noch einmal stärker war als zuvor. Um so mehr gereicht es Schaephuysen zur Ehren, Gold geholt zu haben.“ Kay Ehrhardt von der FDP erinnerte daran, „dass da viel, viel Arbeit drinsteckt.“ Pfarrer Norbert Derrix freute sich, dass „auch wir von der Kirche ein bisschen was zum Erfolg beitragen konnten.“

Alle Gratulanten wiesen darauf hin, dass neue Freundschaften und Verbindungen entstanden seien. Davon werde das Dorf auch künftig profitieren, hieß es. Am Donnerstagabend feierten die Bürger ihr Gold auf dem Platz vor Dorfkirche und Dorfgasthof – dort, wo an Fronleichnam die Bundesjury ihren Rundgang durch Schaephuysen beendet hatte.

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