1. NRW
  2. Städte
  3. Neukirchen-Vluyn

Schaephuysen: Erste Bäumchen für den Generationengarten.

Bürgerschaftliches Engagement in Schaephuysen : Bäume für den Generationengarten

Die Idee einer naturnahen Begegnungsstätte in Schaephuysen nimmt Gestalt an. Am Freitag sind die ersten Bäumchen für eine Streuobstwiese gepflanzt worden.

Gartenkultur und Naturschutz mit Gemeinschaftssinn verbinden – das ist das Ziel des geplanten „Generationengartens“ in Schaephuysen. Mit dem Anlegen der Streuobstwiese ist am Freitag der erste Schritt gemacht worden, um zukünftig einen naturnahen Raum für Begegnung zu erschaffen.

Claudia Koschare und ihre Mitstreiter vom Verein für Gartenkultur und Heimatpflege freuen sich über den Startschuss für die Verwirklichung ihrer Idee. „Es soll ein Garten für alle werden, das ist uns ganz wichtig“, betonte sie. Auch Bürgermeister Dirk Ketelaers strahlte trotz eisigen Windes über beide Backen. „Spielen und Gärtnern, das soll hier irgendwann gleichzeitig möglich sein. Jeder darf teilhaben, jeder kann sich engagieren. Ich stelle mir vor, dass Familien hierher kommen und sich gerne hier aufhalten. Während die Eltern in der Gartenparzelle arbeiten, können die Kinder auf dem Spielplatz spielen oder zwischen den Obstbäumen herumtoben.“

Die Streuobstwiese ist im wahrsten Sinne des Wortes eine generationenübergreifende Sache. Denn bis hier von den 22 Obstbäumen Äpfel, Birnen, Kirschen, Mirabellen und Pflaumen geerntet werden können, werden noch bis zu 20 Jahre vergehen. Doch schließlich muss alles einmal klein beginnen und braucht Geduld.

  • Im Dezember will der Nabu auf
    Naturschutz in Niederkrüchten : Nabu legt Streuobstwiese in Oberkrüchten an
  • Claudia Koschare und Michael Sonfeld vom
    VfGuH Schaephuysen : Neue Wegstation informiert über Störchin Lucie
  • Die Azubis Marcel Jödicke und Tim
    Aktion „Dein Baum“ : Ein neues Zuhause für junge Bäume

Die Besitzer des Geländes, Familie Bodden aus Saelhuysen, sind gespannt zu beobachten, wie sich die Ökologie auf der Fläche verändern wird. Beratend steht Stefan Wallney vom Nabu-Naturschutzzentrum Gelderland zur Seite. Er weiß, dass der traditionelle Obstbongert, der früher zu jedem Bauernhof gehörte, eines der artenreichsten Biotope darstellt. Rund 3000 Tier- und Pflanzenarten finden hier eine Heimat, vom Wiesenkraut über den Laufkäfer und Singvogel bis zu Kröte und Igel. Und auch der Mensch darf hier Teil des Ganzen sein. „Nutzen und Naturschutz gehen bei der Streuobstwiese Hand in Hand. Obst und auch Heu von der Wiese wurden von den Höfen immer schon genutzt“, weiß Wallney. Zusätzlich können Schafe auf der Wiese gehalten werden. Das ist auch in Schaephuysen in Zusammenarbeit mit Schäfer Uwe Girndt geplant.

Für das Projekt sind vorwiegend alte Obstbaumarten ausgesucht worden. Die fördern die Artenvielfalt, sind resistent gegen Krankheiten und ihre Früchte sind schmackhaft und gut verträglich. Witzige Namen haben sie auch noch: „Rheinisches Seidenhemdchen“ oder „Geheimrat Dr. Oldenburg“ heißen zwei der Apfelsorten. Beim Ausheben der Pflanzlöcher war Unternehmer Niklas Ingendahl mit entsprechendem Gerät behilflich. Die jungen Bäumchen wurden mit vereinten Kräften gepflanzt. Jedes wird mit drei stützenden Pflöcken gesichert, bis es stark genug sein wird.

Bezahlt wurden die Jungbäume mit Fördergeldern aus dem Klimaschutzprogramm „1000 Bäume“ des Kreises Kleve. „Wir freuen uns über das große Interesse, die Unterstützung der Gemeinde und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Kleve, die dem Ganzen gerne zugestimmt hat“, sagte Claudia Koschare.

Alle Bürger seien herzlich willkommen sich zu engagieren und einzubringen, nicht nur Vereinsmitglieder und nicht nur Rheurdter und Schaephuysener. So kann nach und nach das Konzept von Landschaftsplanerin Britta Kleiber umgesetzt werden. Der Anfang ist nun gemacht für eine naturnahe Nutzgarten-, Spiel- und Erlebnisfläche, die das Dorfleben bereichern soll.