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Schaephuysen: Analoger "Wahl-O-Mat"

Analoger „Wahl-O-Mat“ in Schaephuysen : Konsens: Mehr Bürgerbeteiligung

Der analoge „Wahl-O-Mat“ auf dem Schaephuysener Marktplatz am Sonntag wurde gut angenommen. Rund 150 interessierte Bürger fanden sich ein.

Einen analogen „Wahl-O-Mat“ nannte die Interessengemeinschaft Schaephuysener Bürger und Vereine (IGSBV) ihre Freiluft-Veranstaltung, bei der sich alle Bürgermeister-Kandidaten am Sonntag vorstellten. Zusätzlich war mit Ralf Thier der Kandidat der FDP auf dem Podium vertreten, der nicht als Bürgermeister wählbar ist.

Welche Ziele verfolgen die fünf Herren und eine Dame für die Gemeinde? Wie soll der Ortsteil Schaephuysen in Zukunft aussehen? Neben den inhaltlichen Antworten ging es auch darum, die Persönlichkeiten zu erleben. Rund 150 interessierte Bürger fanden sich auf dem Schaephuysener Marktplatz ein, um sich einen Eindruck zu verschaffen. In strukturierter Form, mit begrenzter Redezeit und in drei Blöcken wurde die Talk-Runde präsentiert und von Journalist Dennis Kesch professionell moderiert. Es habe in den Vorjahren nie mehr als ein oder zwei Kandidaten gegeben, sagte er. „In diesem Jahr ist die Auswahl so groß wie nie!“

Alle Kandidaten betonten in der Vorstellungsrunde zu Beginn, dass sie froh sind, durch die Veranstaltung Gelegenheit zu haben, sich der Gemeinde zu präsentieren und auch die Mitbewerber näher kennen zu lernen. Bei der ersten Runde, in der sich jeder in drei Minuten kurz vorstellen konnte, versuchten alle zu betonen, warum ihnen ihr bisheriges Engagement, ihre Heimatverbundenheit, ihr Beruf und ihre Erfahrung einen Vorteil für das angestrebte Amt bedeuten. Vielfältige Vernetzung oder eher der unabhängige Blick von außen? Handwerker, Verwaltungsfachmann oder studierte Juristin? Es zeigten sich unterschiedliche Lebensläufe und Generationen. Beispielsweise betonten Dirk Ketelaers (SPD) und Robert Peerenboom (CDU), dass sie Ur-Rheurdter und im Dorf bekannt seien.

Detlef Starck stellte seine Partei-Unabhängigkeit als Vorteil dar und Arne Timpe von der Wählerinitiative WIR betonte, dass er sich als Übersetzer für die Verwaltung sehe. Friederike Janitza (Grüne) sagte, sie stehe für frischen Wind und wolle nicht „irgendwelche Seilschaften“ bedienen. Große Einigkeit bestand in dem gemeinsamen Ziel, die Bürger stärker zu beteiligen als bisher. Ob man dies nun in Form einer Bürger-App (Ketelaers, Thier, Starck), einer Bürger-Werkstatt (Timpe) oder in Form von verstärktem persönlichem Austausch (Perenboom) vorhat, schien dabei nicht entscheidend. Alle Kandidaten sprachen davon, dass es mehr Transparenz über Vorgänge und Entscheidungen des Rates geben müsse. Auch seien kürzere Wege bei Genehmigungen wünschenswert, sowohl auf Gemeinde- als auch auf Kreisebene. Zum Thema Wohnen wurden einige konkrete Ideen genannt, denn alle Parteien wollen unterstützen, dass junge Leute in Rheurdt ansässig werden. Mehrgenerationen-Häuser, Wohnprojekte zu bestimmten Themen und Förderung von Umbaumaßnahmen waren Vorschläge der Kandidaten. Bei der Wirtschaftsförderung zeigten sich verschiedene Schwerpunkte. Janitza sprach sich für die verstärkte Vermarktung landwirtschaftlicher  Produkte aus, Perenboom möchte mehr Kleingewerbe ansiedeln und Ketelaers über ein neues Gewerbegebiet in Schaephuysen nachdenken. Ob Neubau und Nachhaltigkeit, Tierwohl und Wirtschaftlichkeit immer vereinbar seien, wurde im dritten Block des Abends von Besuchern kritisch angefragt. Eine ausführliche Diskussion konnte an diesem Abend nicht erfolgen. Dass Rheurdt sich weiterhin und noch stärker als bisher als Öko-Dorf profilieren müsse, war aber Konsens.