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Rheurdter Näherinnen fertigen Behelfsmasken an

„Dorfkinder“ nähen Masken : Näh-Challenge: Jeden Tag eine gute Naht

Schaephuyser Frauen haben sich in der Corona-Krise zusammengefunden und nähen unter dem Namen „Dorfkinder“ ehrenamtlich Behelfsmasken. Auch nach Corona soll das Engagement fortgeführt werden.

Ende März gründete Simone Goj, Inhaberin des Stoffgeschäfts „Elfenfrosch“ auf der Hauptstraße in Schaephuysen, die Facebook-Gruppe „Dorfkind Näh-Challenge“. „Zu diesem Zeitpunkt waren Schutzmasken auf dem freien Markt aboslute Mangelware. Viele Menschen, die Masken benötigten, konnte keine bekommen“, berichtet Simone Goj. „Gerade Berufsgruppen, die im körperlichen Kontakt mit Menschen stehen, aber auch Privatpersonen, die zum Beispiel besonders gefährdete Angehörige betreuen, waren händeringend auf der Suche nach Behelfsmasken. Also habe ich Menschen gesucht, die gemeinsam mit mir Behelfsmasken für die Region nähen wollen.“

Schnell fanden sich weitere Engagierte, zehn bis 15 Frauen nähen so wie es ihr individuelles Zeitfenster hergibt. In der Facebook-Gruppe werden Ratschläge zum Nähen der Behelfsmasken ausgetasucht und Nähende und Suchende werden  zusammengebracht. „Genäht wird ehrenamtlich. Die Masken werden zum Materialpreis abgegeben, Menschen, die sich das nicht leisten können, bekommen die Masken gespendet“, so Goj. Unter www.elfenfrosch.de können entsprechende Materialien und Nähpakete erworben werden. Eine kostenlosen Anleitungen zum Nähen der Behelfsmasken gibt es dort ebenfalls. Es können natürlich auch eigene Stoffreste und andere Anleitungen genutzt werden. „Wer nicht nähen kann, ist herzlich dazu eingeladen die Aktion mit dem Kauf von Materialpaketen zu unterstützen. Diese Spenderpakete geben wir dann an Nähende weiter bzw. nähen selbst Masken daraus, die wir dann kostenlos weiter geben.“ Mehrere hundert Masken wurden bereits genäht, unter anderem für Altenheime, Krankenhäuser und Arztpraxen. „Allen Masken legen wir ein Kärtchen bei, auf dem der Name der Näherin steht. Und auch die Näherinnen wissen, an wen die genähten Masken gehen. So ist das Ganze nicht anonym und man kommt sich trotz Corona näher“, erklärt Goj. Mittlerweile sei der Bedarf an Masken nicht mehr ganz so hoch wie noch vor einigen Wochen, zu mal auch Einmalmasken auf dem Markt wieder erhältlich seien. „Aber wir wollen die Challenge fortführen“, so Goj. So will man in Zukunft neben Masken unter anderem auch für „Sternenkinder“ oder Brustkrebspatientinnen aus der Region nähen.

Der „Elfenfrosch“ hat derweil noch nicht wieder für Kunden geöffnet. „Wir können die erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen derzeit nicht umsetzen. Wir sind kein Geschäft, das man betritt, seine Ware aussucht und wieder geht. Wir beraten, probieren aus, die Kunden wollen die Stoffe fühlen, eigene Schnitte oder Kombis mitbringen und an die Stoffe halten. All dies ist so aktuell nicht möglich. Über unseren Onlineshop, dem Stofftaxi und die Möglichkeit zur Abholung können wir aber dennoch für unsere Kunden da sein“, so Simone Goj.