Rheurdter fordern: Frauen an die Macht in der katholischen Kirche!

Demonstration am Niederrhein : Rheurdter fordern: Frauen an die Macht in der katholischen Kirche!

Die KFD St. Nikolaus beteiligt sich an der Aktion Maria 2.0. Es geht um die Abschaffung des Zölibats, die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals und die Öffnung kirchlicher Ämter für Frauen.

50 Frauen und Männer versammelten sich am Donnerstagabend vor der Kirche St. Nikolaus. „Wir fordern die Erneuerung der Kirche – jetzt“, hatten die Aktiven der katholischen Frauengemeinschaft St. Nikolaus, kurz KFD, auf ein Transparent geschrieben. „Frauenlob wird gerne von Kirchenmännern gesungen, die allein bestimmen, wo Frauen ihre Talente einbringen dürfen“, sagte KFD-Sprecherin Marlies Mölders. „In ihrer Kirche dulden sie nur eine Frau: Maria auf ihrem Sockel. Da steht sie und darf schweigen. Holen wir Maria vom Sockel, als Schwester, die in die gleiche Richtung schaut wie wir.“

Am südwestlichen Zipfel des Bistums Münster ist bereits am Donnerstagabend die Aktion Maria 2.0 gestartet, die sonst erst am nächsten Samstag, 11. Mai, beginnt. Bis zum 18. Mai wollen Frauen dann im gesamten Bistum keine Kirche betreten und keinen kirchlichen Dienst übernehmen. So wollen sie zeigen, wie „leer die Kirchen sein werden und wie viel Arbeit unerledigt bleibt“, heißt es in einem offenen Brief an Papst Franziskus. „Es geht nicht um die Situation in unserer Pfarrgemeinde“, unterstrich die KFD-Sprecherin aus Rheurdt. „Es geht um die grundsätzliche Erneuerung der Kirche als Institution.“

In Rheurdt entschieden sich die Frauen der KFD St. Nikolaus, die Aktion vorzuziehen und zu verkürzen. „Am Sonntag ist hier Firmung“, erläuterte Teammitglied Hildegard Ingendahl, nachdem die 50 Teilnehmer der Aktion einen Wortgottesdienst im Haus Quademechels gefeiert hatten. „Da konnten wir nicht streiken. Danach ist unser Pfarrer Norbert Derrix in Urlaub. Er unterstützt die Aktion.“ Die Frauen wollten den Streik nicht beginnen, wenn der Pfarrer seinen Urlaub antritt. Auch scheuten sie sich, dem Gotteshaus gleich acht Tage lang den Rücken zu kehren. „Messdiener, Lektoren und Kommunionshelfer sind überwiegend weiblich“, erläuterte Marlies Mölders. „Ohne sie würde das Leben der Gemeinde nicht funktionieren.“

Die KFD fordert in dem offenen Brief an Papst Franziskus, der Berufung von Frauen in der katholischen Kirche mehr Raum zu geben. Neben dem Zugang zu den Ämtern der Kirche fordern die 80 Rheurdter Unterzeichner des offenen Briefes, die Missbrauchsfälle in der Kirche aufzuklären und vor weltlichen Gerichten zu bestrafen. Außerdem setzen sich die KFD-Frauen dafür ein, den Zölibat aufzuheben.

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