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Rheurdt: Warum das Ordnungsamt in eine ehemalige Bäckerei zieht.

Platznot im Rathaus Rheurdt : Ordnungsamt zieht in alte Bäckerei

Im Rheurdter Rathaus wird der Platz knapp. Jetzt mietet die Gemeindeverwaltung ein ehemaliges Ladenlokal gleich gegenüber vom Rathaus an. Langfristig müssen aber andere Lösungen für die Raumnot im Rathaus gefunden werden.

Viele Rheurdter denken noch gerne an die Bäckerei Hoeps zurück, die einmal schräg gegenüber dem Rathaus lag. Sie wurde von Norbert und Monika Hoeps aufgegeben, als sie in den Ruhestand gingen und keine Nachfolger fanden. Die Räume der Bäckerei wurden dann von einem Bildungsträger als Büro genutzt, bis dieser Rheurdt verließ.

Mitte Februar 2022 ziehen dort Teile der Gemeindeverwaltung ein. Ralf Spengel als Leiter des Fachbereichs 2, zu dem unter anderem Ordnung, Soziales und Feuerwehr gehören, bekommt dort ein Büro. Das gilt auch für Tobias Willems, der als Mitarbeiter unter anderem für das Ordnungswesen zuständig ist. Und die zukünftigen Mitarbeiter, die Präsenz für die Ordnung im Außendienst zeigen, erhalten dort in den nächsten Wochen ihre Büroarbeitsplätze, von denen sie direkt auf die Vorderfront des Rathauses sehen können. Außerdem entsteht im einstigen Ladenlokal ein Besprechungsraum.

„Wir sind froh, das Ladenlokal mieten zu können“, sagt Bürgermeister Dirk Ketelaers. „Wir haben zufällig von dem Angebot erfahren. Im Laufe des Februars soll es von Teilen des Fachbereichs 2 bezogen werden. Dadurch haben wir im Rathaus etwas mehr Platz, vor allem im Bürgerbüro sowie im Sozialamt und Jobcenter. Die neuen Räume helfen, sind aber keine langfristige Lösung. Insgesamt platzt das Rathaus aus allen Nähten.“

  • Ein Strafzettel an der Scheibe (Themenbild).⇥Foto:
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Zum einen sei im Laufe der Jahre Mitarbeiterzahl gestiegen, zwar nur leicht, aber kontinuierlich. Zum anderen hätten sich die Anforderung an Büroräume geändert. „Wenn Mitarbeiter Gespräche oder Telefonate mit Bürgern führen, dürfen sich keine weiteren Personen im Raum befinden“, erläutert der Bürgermeister. „Das Rheurdter Rathaus hat aber viele Doppelbüros.“

Der Verwaltungsvorstand des Rathauses, dem neben dem Bürgermeister die Fachbereichsleiter Marcell Schüren, Ralf Spengel und Annemone Neckritz-Thierfelder angehören, sprach bereits über die Eckpunkte des Projekts, um das Raumproblem langfristig zu lösen. „Politik und Bürger sollen frühzeitig eingebunden werden“, gibt Dirk Ketelaers ein erstes Ergebnis bekannt. „Denkbar ist zum Beispiel ein erster Workshop im Jahr 2022. Das Projekt ist in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Es ist in ein Integriertes Handlungskonzept für den Ortskeren Rheurdt einzubinden.“

Anders als andere Kommunen in der Umgebung, hat die Gemeinde noch kein Integriertes Handlungskonzept, um die Planungen im Ortskern aufeinander abzustimmen. Mit einem solchen Konzept wäre es möglich, Zuschüsse vom Land zu erhalten, zum Beispiel für einen Neubau, so wie die Stadt Straelen beim geplanten Neubau ihres Rathauses. „Es ist aber noch völlig offen, in welche Richtung es geht“, betont der Bürgermeister. „Ein Anbau ist genauso denkbar wie eine andere Lösung, bei der zum Beispiel andere Gebäude angemietet oder angekauft werden.“

Die Gemeindeverwaltung will frühzeitig ein Planungsbüro hinzuziehen, das im ersten Schritt berechnet, welchen Raumbedarf das Rheurdter Rathaus heute und zukünftig zu haben hätte. „Das Projekt Rathaus ist auf die nächsten fünf bis sieben Jahre zu sehen“, sagt Dirk Ketelaers. „Wir befinden uns ganz am Anfang.“