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Rheurdt: Verein kümmert sich um Waisenkinder in Tansania

Verein Kinderdorf Mbigili : Schaephuysener leisten Hilfe zur Selbsthilfe in Zentralafrika

Der Verein Kinderdorf Mbigili bietet Waisenkindern in Tansania ein behütetes Zuhause. Durch die Coronaeinschränkungen fehlen aktuell wichtige Spendengelder.

Das Kinderdorf Mbigili im südlichen Hochland Tansanias wurde 2008 durch Ursula Lettgen aus Schaephuysen gegründet. Hintergrund war die ständig wachsende Zahl von Aids-Waisen. Ihnen wollte sie ein neues Zuhause mit Zugang zu einer gesunden Ernährung, medizinischen Versorgung und einer Ausbildung bieten. 2010 verstarb Ursula Leppen, der Verein Kinderdorf Mbigili führt die wichtige Arbeit im Sinne der Gründerin fort. Rund 50 Mitglieder zählt der Verein, 16 davon sind aktiv.

Für Barbara Gockel-Wronski, Vorsitzende des Schaephuysener Vereins, war es kein leichtes Jahr. „Der Unterhaltung des Kinderdorf-Projektes erfolgt ausschließlich durch Spenden, die Aktiven des Vereins arbeiten alle ehrenamtlich. Nahezu alle unterstützende Veranstaltungen mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.“ So war im April ein Spendendinner geplant, ebenso Vorträge in Kirchen und Schulen, die nicht stattfinden konnten. Informationsstände auf Märkten und Festen fehlten, und schließlich musste auch der für November geplante Informationstag wegen des neuerlichen Lockdowns entfallen.

Dabei wird dringend Geld benötigt, um den derzeit 80 Kindern, die im Kinderdorf leben, ein Aufwachsen in einem behütenden Umfeld zu ermöglichen. Die Kinder wohnen mit jeweils zwei Hausmüttern zusammen, verteilt auf sechs Häuser. „In erster Linie wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe leisten“, erklärt Alfred Wronski, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins.

Bildung sei die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Daher werden die Kinder im dorfeigenen Kindergarten betreut und anschließend über Schule bis zur Berufsausbildung oder Studium begleitet. „In den Kinderheimen in Tansania müssen die Kinder mit 14 Jahren das Heim verlassen und werden dann sich selbst überlassen. Bei uns wird die Berufsausbildung mitfinanziert“, sagt Barbara Gockel-Wronski. Ein dorfeigener Bauernhof ermöglicht durch Gemüseanbau und Nutztierhaltung eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Kinder und Mitarbieter. Dabei gewinnen die Kinder Erfahrung in Gartenbau und Tierhaltung, die sie für ihr weiteres Leben einsetzen können. 

„Wir wollten aber keine ‚Insel der Glückseeligen’ bauen“, erklärt die Vorsitzende. „Wir unterstützen auch die Bedürftigen im Umfeld des Kinderdorfes.“ Im Rahmen eines „Home Based Care“-Programms wird zusätzlich weiteren rund 820 Kindern ein Schulbesuch ermöglicht. Daneben werden auch deren Familien medizinisch betreut, Workshops geben Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu gehören Nähanleitungen, Wissenswertes über Gemüseanbau und Hühnerhaltung beispielsweise, aber auch die Vermittlung von medizinischen Grundlagen. Über eine Schulspeisung werden 100 der 450 Grundschulkinder der nahen Dorfschule in Mkawaganga versorgt. Und nicht zuletzt bietet das Kinderdorf Arbeitsplätze für die Menschen am Ort.

„Als die Corona-Pandemie begann, hieß es, es wird Afrika besonders schlimm treffen“, berichtet Gockel-Wronski. „Als die Schulen dann im März geschlossen wurden, haben wir überlegt, wie wir vor Ort helfen können.“ Entstanden ist ein erfolgreiches Nähprojekt. Es wurden Anleitungen zum Nähen von Schutzmasken verschickt, eine ausgebildete Näherin hat das Projekt vor Ort umgesetzt. Rund 2000 Masken entstanden so, die dann an die Familien, in der Schule und Krankenstation verteilt wurden. Zusätzlich wurden 25 Nähstuben ebenfalls mit Anleitungen zum Nähen versorgt.

Wer den Verein unterstützen möchte, kann das auf vielfältige Weise tun: Über die Internetplattform „betterplace.org“ können zielgerichtet einzelne Projekte innerhalb des Kinderdorfs gefördert werden. Auch kann direkt an den Verein gespendet werden (Volksbank an der Niers, IBAN DE 41 3206 1384 3330 3330 30). Auch eine Patenschaft ist möglich. Weitere Infos über das Kinderdorf gibt es im Internet unter www.mbigili.de.