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Rheurdt: Streit bei Müllsammelaktion auf dem Höhenzug

Hausers Kiesgrube in Rheurdt : Streit bei Müllsammelaktion der Grünen

Die Nutzung des Gebietes Hausers Kiesgrube sorgt immer wieder für Umstimmigkeiten. Beim „Clean up“ der Grünen kam es am Sonntag zu einem Streit mit den „Kiesgrubenfreunden“.

Zu einer Müllsammelaktion auf dem Schaephuysener Höhenzug brachen am Sonntagvormittag rund 25 Personen auf. Die Rheurdter Grünen hatten dazu aufgerufen. Ziel war es vor allem, die Sand- und Kiesgrube von Abfällen zu befreien. Seit vielen Jahren wird die „Grube Hauser“, Teil eines Landschaftsschutzgebietes, von verschiedenen Gruppen als Treffpunkt und Sportstätte genutzt. Bereits im Juni hatte die grüne Ratsfraktion deshalb einen Antrag auf einstweilige Verfügung an die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Kleve gestellt, um die Nutzung der Kiesgrube als Motocross-Strecke zu untersagen.

Die Kreisverwaltung hatte diesem Antrag zugestimmt. Das Gebiet sei ökologisch besonders wertvoll und schützenswert. Die Gemeinde solle deshalb Maßnahmen ergreifen, um die Nutzung des Gebietes durch Motocross- und Mountainbike-Fahrer zu verhindern, heißt es in dem Schreiben des Landrats. In der Landschaftsschutzgebietsverordnung formuliert unter anderem ein Verbot, außerhalb von Wegen und parkplätzen zu fahren oder zu parken, außerhalb von Wegen Rad zu fahren oder Mountainbiking auszuüben. Der Nabu habe die Kiesgrube sogar als eines der letzten Brutgebiete der Nachtigall ausgemacht, erzählte Uwe Girndt, der mit einem Traktor samt Anhänger vorfuhr, um groben Müll sowie die sich langsam füllenden Säcke einzusammeln.

Doch in der umstrittenen Kiesgrube trafen die Müllsammler auf eine andere Gruppe, mit der ein heftiger Streit entbrannte. Denn die Sportler beanspruchen die Grube nach wie vor für sich, wiesen dazu sogar eine schriftliche Vollmacht der Besitzerin vor. Christian Wagner ist nach eigenen Worten dabei, den „Verein der Kiesgrubenfreunde Schaephuysen“ zu gründen und sah sich am Sonntag zum wiederholten Male ungerechtfertigt angefeindet. Er sprach sogar von einem „aggressiven Vorgehen“ der Grünen gegen die Gruppe. Ziel des Vereins sei es, die Sandgrube als Motocross-Trainingsstrecke für Jugendliche zu nutzen, mit klaren Regularien, die auch den Landschaftsschutz berücksichtigten. „Wir vertreten hier auch ökologische Interessen, zum Beispiel den Schutz der Kreuzkröte“, so Wagner. Die Gruppe habe selbst den ganzen Morgen Müll eingesammelt und wolle Leute fernhalten, die sich hier unrechtmäßig aufhalten und Abfall hinterlassen. Nach Ansicht von Wagner ist die Müllsammelaktion der Grünen ein unrechtmäßiges Eindringen in Privatgelände.

Laut Frank Hoffmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, war die Müllsammelaktion mit dem Eigentümer abgesprochen. Er sieht sich mit dem Schreiben des Landrats rechtlich auf der sicheren Seite. Außerdem sei das Gelände frei zugänglich, da bisher keine Absperrungen oder Schilder aufgestellt wurden, so Hoffmann. „Darüber hinaus ist laut Bundes­wald­gesetz ein Wald für alle frei zu betreten.“

Es war, zumindest am Sonntag, keine Einigung herzustellen. Immerhin kann festgehalten werden: So sauber und müllfrei wie jetzt war die „Grube Hauser“ vermutlich noch nie.