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Rheurdt: Pfarrgemeinde St. Martinus schloss sich einer Spendenaktion an

St. Martinus Rheurdt : Spendenaktion für die Ukraine an der Pfarrbücherei

Die Rheurdter Pfarrgemeinde St. Martinus hat sich einer Spendenaktion der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena in Geldern angeschlossen. Zwei Lkw sollen die gesammelten Spenden ins polnische Lublin an die ukrainische Grenze bringen.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Martinus Rheurdt-Schaephuysen-Tönisberg beteiligt sich an einer groß angelegten Spendenaktion, die die Gelderner Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena ins leben gerufen hat. Gesammelt wurden haltbare Lebensmittel, Babynahrung, Hygieneartikel inklusive Wund- und Verbandsmaterial sowie Wasserflaschen. Vor der Pfarrbücherei in Schaephuysen parkte dazu am Mittwoch ein Anhänger. Punkt neun Uhr kamen die ersten Spenderinnen und Spender. Bis 15 Uhr füllte sich der Anhänger. Wie von der Gelderner Pfarrgemeinde gewünscht, blieben alle Kartons geöffnet.

Eine akribisch geführte Liste gab Auskunft über die Mengen an Zucker, Mehl, Haferflocken und Speiseöl. Peter Bonte war einer, der sich schon früh aufgemacht hatte. „Das menschliche Elend kann man sich nicht vorstellen. Wir wollen mit unseren Spenden helfen“, erklärte er. Mit zwei großen Kartons kam ein Ehepaar zum Pfarrheim. Babykost, Windeln, Hygieneartikel und Lebensmittel stellten sie in den Hänger. „Wir haben am Tag vorher einen Einkaufszettel geschrieben und gezielt die Sachen besorgt. Da muss man helfen“, sagte das Ehepaar. „Als aktiver Christ und aus Nächstenliebe.“

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Auch viele Gespräche entstanden zwischen den Spenderinnen und Spendern bei der Abgabe. Viele zeigten sich fassungslos. Dass es im 21. Jahrhundert in Europa Krieg geben würde, hätten sie nicht gedacht. „Für uns ist die Situation unvorstellbar“, hieß es. Bilder aus dem Fernsehen gingen ihnen nah, wenn Väter ihre Familien zum Bahnhof bringen und sich dann verabschiedeten.

Auch die Geschwister Ingendahl gehörten zu den Spendern. Sie packten verschiedene Lebensmittel sowie Zahnbürsten und Zahnpasta in den Hänger. „Mir tun die armen Kinder so leid, wenn man sieht, wie sie mit ihren Müttern auf die Flucht gehen. Die Bevölkerung erleidet Schreckliches“, so Heinz Ingendahl.

Neben den Sachspenden wurden auch Geldspenden im Schaephuysener Pfarrbüro abgegeben.

Zwei Tage lang sammelte die Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena. In Geldern konnten bis Donnerstag an drei Stellen, nämlich im Waldbad Walbeck, im Gelderner Pfarrheim und dem Friedrich-Spee-Gymnasium, Kartons abgegeben werden. „Wir sind überwältigt über die Solidarität“, sagte dazu Pastoralreferent Jarek Weisser auf RP-Nachfrage. „Wir werden vermutlich mit zwei Lkw fahren.“

Die Reise geht ins polnische Lublin, etwa 70 Kilometer entfernt von der ukrainischen Grenze. Ein Teil der Spenden wird von dort in die Ukraine gebracht, der andere Teil soll vor Ort bleiben.