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Rheurdt: Neubauten in Neufeld sorgen für Unmut

Wohnen in Rheurdt : „Das ländliche Idyll geht verloren“

Die Neubauten an Schultes Kull sind höher als die Gebäude in der Umgebung. SPD-Ratsfrau wünscht sich einen Bebauungsplan für diesen Bereich.

Vor „Schultes Kull“ in Neufeld entstehen zurzeit sieben Doppelhäuser. Sie haben einen quadratischen Grundriss, sind zwei Etagen hoch und schließen mit einem Walmdach oder einem Pultgeschoss ab. „Die Häuser passen nicht in die Umgebung“, sagt Barbara Wolter. „Das ländliche Idyll mit großen Grundstücken geht verloren.“

Die Bestandsgebäude in Neufeld nehmen nur einen Teil der Grundstücke ein, die oft um die 1000 Quadratmeter groß sind. Außerdem sind sie meistens eineinhalbgeschossig. „Die neuen Häuser sind höher und nutzen die Grundstücksfläche komplett aus“, sagt Barbara Wolter. Die SPD-Ratsfrau würde sich über einen Bebauungsplan freuen, in dem festgelegt, wie viel Prozent eines Grundstückes bebaut werden darf und wie hoch die Gebäude darauf sein dürfen. Doch ein solcher Plan fehlt. Deshalb genehmigt der Kreis Kleve nach Paragraph 34 des Baugesetzbuches, nach dem sich Neubauten der Umgebung anzupassen haben. „Dieser Paragraph hat immer einen Auslegungsspielraum“, sagt Barbara Wolter. „Deshalb ist ein Bebauungsplan besser.“

Mit den Neubauten verschlechtere sich die Stellplatzsituation im Rheurdter Ortsteil. „Für die Bewohner sind in den Garagen und davor genügend Stellplätze vorhanden“, sagt die einstige Lehrerin am Julius-Stursberg-Gymnasium in Neukirchen-Vluyn. „Schwierig ist es, wenn einmal andere zu Besuch kommen. In Neufeld gibt es keinen öffentlichen Parkplatz.“

Deshalb stehen regelmäßig Autos auf der Bankette der Neufelder Straße, obwohl das verboten ist. Theoretisch dürfen sie auf der Fahrbahn dieser Landstraße 477 stehen. „Ich würde mein Auto dort nicht abstellen, weil mir das zu gefährlich wäre“, sagt Barbara Wolter. Sie schlägt vor, vor der Gaststätte „Bei Wolters“ einen öffentlichen Parkplatz anzulegen, wenn das Grundstück von der Gemeinde gekauft wird. „Der Einlass könnte über eine Schranke erfolgen“, sagt die Neufelderin. „Dann würde die Gemeinde Geld erhalten, und der Parkplatz wäre nicht mit Dauerparkern belegt.“ Sie hofft auf Vorschläge aus dem Verkehrskonzept, das zurzeit für Neufeld erstellt wird.