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Rheurdt: Mauritius-Bündnis will Gemeindeentwicklung und Klimaschutz vereinen

Politik in Rheurdt : „Den dörflichen Charakter erhalten“

Der Bebauungsplan 30 in Rheurdt bleibt weiter Thema in der Politik. Das Mauritius-Bündnis will als Mehrheit im Gemeinderat die Gemeindeentwicklung und den Klimaschutz vereinen.

Die Diskussion um den Bebauungsplan 30 „Kirchstraße/Rathausstraße/Schulweg“ geht weiter. Oliver Schlageter-Kleine, Vorstandssprecher des Rheurdter Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzender des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Klimaschutz und Digitalisierung, muss bezüglich des geplanten Ortstermines schmunzeln: „Als Vater zweier Töchter, die beide in Rheurdt groß geworden sind, habe ich doch den ein oder anderen ‚Ortstermin‘ am Spielplatz an der Rheurdter Turnhalle mit Sport und Spiel verbracht.“ Grund für einen erneuten Besuch könnte aus seiner Sicht das Hadern der CDU-Fraktion im Ort mit einigen Regelungen im zugehörigen Bebauungsplan 30 sein. Nach einer intensiven Beschäftigung in Online-Konferenzen und Sitzungen hat der zuständige Ausschuss am 18. März einstimmig die Offenlegung des Plans beschlossen, um die im Verfahren vorgesehene Bürger- und Behördenbeteiligung einzuleiten und sicherzustellen, dass Belange der Öffentlichkeit und der Fachbehörden in die weitere Planung einfließen können. Frank Hoffmann, Fraktionsvorsitzender der Rheurdter Grünen erklärt: „Die ursprüngliche Konzeption sah eine maximale Firsthöhe von neun Metern bei maximal drei Geschossen vor. Irgendwo im Verlauf des nun schon mehrere Jahre andauernden Verfahrens hat sich eine Erhöhung auf zwölf Meter eingeschlichen. Die neue Mehrheit im Rat möchte den dörflichen Charakter von Rheurdt erhalten und hat daher eine Rückführung auf die ursprüngliche Begrenzung entschieden. Als Konsequenz sind weiterhin neue Gebäude mit drei Geschossen möglich, allerdings nur noch mit Flachdach, was heute ohnehin üblich ist.“

Auch die Zukunft des Spielplatzes an der Turnhalle sei ausführlich beraten worden. Schlageter-Kleine führt aus: „Ein ingenieurtechnisches Gutachten hat ergeben, dass dies ein guter Ort für einen neu zu errichtenden, unterirdischen Regenwassersammler ist, der das neue Baugebiet technisch elegant an die vorhandene Wasserentsorgung anschließt. Die Betonoberfläche eignet sich als Parkraum, welcher ebenfalls dringend benötigt wird, leider aber nicht mehr als Spielfläche für Kinder. Unter Umständen ist allerdings auch eine Verlegung des Sammlers technisch möglich. Schön wäre, wenn mich die CDU korrekt zitieren würde: Das Schicksal der Bäume um den Spielplatz ist noch unklar, wir sind allerdings in Gesprächen mit dem Planer und werden uns für jeden einzelnen davon einsetzen, falls notwendig.“

Interessant in diesem Zusammenhang sei, dass die CDU mit ihrer Mehrheit in der vergangenen Ratsperiode den Umbau des Rheurdter Marktplatzes in ein Feuerwehrgelände durchgeboxt habe, ohne sich an der daraus resultierenden Fällung fast sämtlicher Bäume um den – demnächst ehemaligen – Marktplatz zu stören. Frank Hoffmann ergänzt: „Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatten einen Antrag dazu eingebracht, für einen Ausgleich bezüglich des Spielplatzes zu sorgen. Dies wurde mittlerweile vom Planer berücksichtigt und so werden gleich zwei neue Spielplätze entstehen, zum einen an der Stelle des ehemaligen ‚Blauen Hauses’ und zum anderen im Gebiet des sich räumlich anschließenden Bebauungsplan 28. Auch eine Verlegung des alten Spielplatzes, noch näher an die Turnhalle hin, ist nach wie vor möglich.“ Darüber hinaus hätte der Antrag das Ziel, eine fußläufige Verbindung des neuen Baugebietes an den Bereich des Netto-Marktes zu erreichen und eine ökologische Ausrichtung sicherzustellen. Alle diese Punkte seien im neuen Bebauungsplan 30, als Verwirklichung von „Gemeindeentwicklung und Klimaschutz“ berücksichtigt. Schlageter-Kleine freut sich, dass der Ausschuss auch eine prinzipielle Zustimmung zur Idee des sogenannten „Wattbewerbs“ gegeben hätte. Dabei geht es darum, dass Städte und Gemeinden sich untereinander in Sachen Photovoltaikanlagen messen. Die weitere Ausdefinierung, Bürgerbeteiligung und Projektentwicklung hat der Ausschuss dem neuen „Beirat für Klimaschutz“ übertragen. Hier soll ein Forum für Bürger und Experten für Klimaschutz entstehen. Die Fraktionen suchen gerade nach geeigneten Kandidaten. Wer mitarbeiten möchte, der kann sich bei einer Fraktion oder im Rathaus – entweder im Bürgerbüro oder bei der Klimaschutzmanagerin – melden.