Rheurdt: kfd-Frauen werben für „Maria 2.0“

Frauen machen sich stark für geschlechtergerechte Kirche : kfd-Frauen in Rheurdt werben für „Maria 2.0“

Die Sammlung läuft bis zum ökumenischen Gottesdienst.

Die ersten 50 Unterschriften sammelten die Frauen vom kfd-Team St. Nikolaus nach der Vorabendmesse am Samstag in Rheurdt. In dieser Woche wollen sie im Rahmen der Aktion „Maria 2.0“ weiter aktiv sein, um sich für eine geschlechtergerechte Kirche einzusetzen. Unterschriften sollen bis zum ökumenischen Erntedank-Gottesdienst gesammelt werden, der am kommenden Sonntag, 6. Oktober, ab 10 Uhr auf dem Markt- und Festplatz in Schaephuysen gefeiert wird. Danach werden diese weitergeleitet.

Der Plan ist, dass die Listen aus Rheurdt zusammen mit den Unterschriften anderer kfd-Teams, die sich an der Aktion beteiligen, die deutschen Bischöfe bei der Vollversammlung im Frühjahr 2020 in Mainz erreichen. „Wir wollen die Kirche erhalten“, erläuterte am Samstagabend Marlies Bongers die Aktion. „Durch die Missbrauchsskandale hat sie an Glaubwürdigkeit verloren. Eine glaubhafte Kirche ist eine geschlechtergerechte Kirche. Wir fordern, das ständige Diakonat und das Priesteramt für Frauen zu öffnen. Nur wenn wir die Forderung hoch ansetzen, können wir etwas bewegen.“

Anstatt einer Predigt wurde mit Christa Hoeps und Gertrud Bongers in der Samstagmesse ein fiktives Interview geführt. Dabei schlüpfte Christa Hoeps in die Rolle der Maria Magdalena, die am Ostermorgen mit anderen Frauen das leere Grab Jesu entdeckte und mit ihnen zu den ersten Zeugen der Auferstehung gehörte. Gertrud Bongers übernahm die Rolle der Junia, die mit dem Apostel Paulus zu den ersten Verfolgten des Glaubens zählte. „Pastor Norbert Derrix ist uns entgegengekommen, indem er uns die Messe hat gestalten lassen“, bedankte sich Christa Hoeps.

Um sich erkennen zu können, steckten die Frauen der Aktion „Maria 2.0“ kleine Purpurkreuze an. Diese erinnern an die Purpurhändlerin Lydia, die nach der Apostelgeschichte die erste Frau war, die in Europa von Paulus und Silas getauft wurde. Die Frauen ließen sich vor Kirche St. Nikolaus fotografieren, um der Aktion ein Gesicht zu geben.

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