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Rheurdt: Katholische Gemeinde erstellt Konzept gegen Missbrauch

Rheurdt : Gemeinde erstellt Konzept gegen Missbrauch

St. Martinus Rheurdt folgt dem Aufruf des Bistums: „Augen auf! – Hinsehen und schützen!“

Die katholische Gemeinde St. Martinus Rheurdt-Schaephuysen-Tönisberg hat ein sogenanntes Institutionelles Schutzkonzept (ISK) erstellt. Dabei geht es darum, sexuellem Missbrauch vorzubeugen. Das ISK wird am Sonntag, 1. März, in den Sonntags-Gottesdiensten der Gemeinde thematisiert. Pastor Norbert Derrix und die Verantwortlichen, die am ISK mitgearbeitet haben, werden es symbolisch unterschreiben und anschließend auch der Presse vorstellen. Das Konzept wird ab 1. März außerdem auch online auf www.st.martinus-rst.de zu finden sein. Es sei in der Gemeinde „ein großes Anliegen, uns mit dem Thema ,Prävention vor sexuellem Missbrauch‘ zu beschäftigen und auseinander zu setzen“, teilte Pfarrer Derrix mit. „Wir sehen uns in der Verantwortung, sowohl mit den Kindern und Jugendlichen als auch deren Eltern und allen anderen Menschen in unserer Pfarrgemeinde, vertrauensvoll umzugehen.“

Vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche hat das Bistum Münster Gemeinden dazu aufgerufen, Schutzkonzepte zu erstellen, um „die Sensibilität für sexualisierte Gewalt und grenzverletzendes Verhalten“ zu erhöhen. „Augen auf! – Hinsehen und schützen“ lautet dabei das Motto, unter dem auch ein Flyer des Bistums erschienen ist. Das Bistum informiert darüber hinaus über eine eigene Internetplattform www.praevention-im-bistum-muenster.de. Dort sind auch Arbeitshilfen und Materialien für Pfarreien zur Erstellung eines Institutionellen Schutzkonzepts zu finden.

„Es wurde ein Arbeitskreis mit den infrage kommenden Gruppen/Institutionen, dem Pastor, dem Diakon und jeweils eines Vertreters des Kirchenvorstandes und des Pfarreirates gebildet“, schildert Derrix das Prozedere. „Es fand eine Reflektion des Ist-Bestandes, (Risikoanalyse/Beschwerdemanagements/Verhaltenskodex) in den einzelnen Gruppen/Institutionen statt, da uns klar war, dass diese unterschiedlich in den Gruppen/Institutionen ausfallen. Diese Ergebnisse wurden anschließend zusammengetragen und im Konzept unserer Pfarrgemeinde gebündelt. Danach wurde das ISK den Gremien (Pfarreirat und Kirchenvorstand) vorgestellt und verabschiedet.“ Das Konzept werde alle zwei Jahre den aktuellen Gegebenheiten angepasst, „oder bei konkretem Missbrauchsfall sofort analysiert und verbessert“.

(pogo)