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Rheurdt: Heike Bergner hofft auf baldiges Ende der Pandemie

Heike Bergner hofft auf baldiges Ende der Pandemie : Ein guter Draht zu Jubilaren in Rheurdt

Die zweite stellvertretende Bürgermeisterin hofft auf ein Ende des zweiten Lockdowns, um wieder im alten Stil zu hohen Geburtstagen gratulieren zu können.

Besonders gerne besucht Heike Bergner Menschen, die sie noch aus ihrer Kindheit kennt, um Glückwünsche der Gemeinde zu hohen Geburtstagen zu überbringen. „Am Anfang habe ich jedes Jahr ein Ehepaar aus Ostpreußen besucht, das mit der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg nach Rheurdt gekommen war“, erzählt die zweite stellvertretende Bürgermeisterin. „Ich war schon als Kind auf ihrem Bauernhof gewesen. Meine Eltern und Großeltern haben manchmal dort geholfen, zum Beispiel während der Ernte. Wenn ich bei ihren Geburtstagsfeiern war, habe ich einiges über Vater und Mutter, Opa und Oma erfahren, das mir gar nicht bekannt war.“

2009 besuchte die Rheurdterin die ersten Rheurdter und Schaephuysener mit hohen Geburtstagen, zunächst als zweite stellvertretende Bürgermeisterin und von 2014 bis 2020 als erste Stellvertreterin. Seit November 2020 würde sie sich freuen, wieder die Glückwünsche der Gemeinde überbringen zu können, wenn nicht der zweite Lockdown begonnen hätte. „Während der Pandemie gehe ich nirgendwo hin“, stellt Bergner fest. „Ich besuche keine älteren Menschen, die besonders gefährdet sind. Ich vermeide jedes Risiko. Wenn die Pandemie vorüber ist, überbringe ich wieder die Glückwünsche der Gemeinde.“

Da die Sozialdemokratin gerne zu den Geburtstagen geht, hofft sie auf ein schnelles Ende des zweiten Lockdowns und auf zügiges Impfen, um im „alten Stil“ beglückwünschen zu können, auch wenn weder das eine noch das andere in Sicht sind.

Als Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Französisch, als Groß- und Außenhandelskauffrau und als Kundenberaterin der Wohnungsbaugesellschaft Düsseldorf weiß sie, wie wichtige Kommunikation ist. „Menschen brauchen soziale Kontakte“, sagt Heike Bergner. „Wenn sie fehlen, vereinsamen sie. Geburtstagsfeiern sind immer ein Anlass, zu kommunizieren. Sie sind wichtig.“

Einen besonders guten Draht hat sie zu Jubilaren, mit denen sie schon lange einen Kontakt aufgebaut hat, zum Beispiel zu Eltern ihrer Schulkameradinnen und Schulkameraden, als sie zunächst die Grundschule in Rheurdt und dann bis zum Ende der siebten Klasse die Hauptschule besuchte. „Ich habe manchmal zu Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen gesagt, diese Geburtstage seien meine“, schmunzelt die einstige Abiturientin des Aufbaugymnasium Moers, heute Gymnasium Filder Benden Moers. „Meine Geburtstage waren auch die Geburtstage eines Ehepaars aus Marseille, das über den Mann ihrer Tochter nach Schaephuysen gezogen war. Die Tochter sprach Französisch als Muttersprache und war immer zum Übersetzen dabei. Da machte es nichts, dass ich als Fremdsprachenkorrespondentin die Dialoge bereits verstand.“

Während des ersten Lockdowns stellte die Gemeinde die Gratulationen im März 2020 ein. Agnes Teilmans hat sie Mitte Februar eingeschränkt wieder aufgenommen. Sie telefoniert mit den Jubilaren, lässt bei Frauen Blumen und bei Männern eine Flasche Sekt vorbeibringen. Heike Bergner will erst wieder gratulieren, wenn die Pandemie vorbei ist, dann aber in altem Stil, also mit Besuch der Geburtstagsfeier.