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Rheurdt: Grüne setzen auf Innenentwicklung im Dorf.

Gegen weitere Bodenversiegelung : Rheurdter Grüne setzen auf „Innenentwicklung“ im Dorf

Die Partei warnt vor den Folgen zunehmender Bodenversiegelung. Sie plant eine Infokampagne gegen Schottergärten.

Die Rheurdter Grünen treten einer zunehmenden Versiegelung des Bodens entgegen. Bei Neubauvorhaben setzen sie deshalb auf eine „Innenentwicklung“ in der Gemeinde. „Uns ist es wichtig, darauf hinzuweisen, welche Folgen die Bebauung von Flächen am Siedlungsrand haben kann“, sagte Mike Meisel, sachkundiger Bürger im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Klimaschutz. „Nichtsdestotrotz ist uns bewusst, dass die Nachfrage nach Wohnraum nach wie vor hoch und das Angebot sehr begrenzt ist. Daher setzen wir uns dafür ein, vorrangig eine nachhaltige Bebauung von Brachflächen, Baulücken oder die Neunutzung von Gebäuden im Sinne einer Innenentwicklung voranzutreiben.“ Ein Beispiel sei die geplante Wohnbebauung auf dem ehemaligen Netto-Gelände.

Katrin Bongert, stellvertretende Fraktionssprecherin der Grünen, wies auf die Folgen der Bodenversiegelung hin. „Wichtige Lebens- sowie Erholungsräume für Menschen und Tiere gehen verloren, Landschaften werden zerschnitten und die Artenvielfalt geht zurück. Zusätzlich hat die wachsende Versiegelung und Zersiedlung Folgen für den Klima- und den Ressourcenschutz. Durch weniger Verdunstung der Pflanzen heizen sich viele Asphaltflächen auf. Folglich steigen vor allem die Temperaturen in ohnehin schon dicht bebauten Bereichen.“ Durch die Ausweisung neuen Baulands würde zudem meist die Landwirtschaft zurückgedrängt.

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Um die Versiegelung in bereits bebauten Gebieten zu begrenzen, planen die Grünen zusammen mit ihren Bündnispartnern im Gemeinderat (SPD, FDP und WIR) eine Info-Initiative über die pflegeleichte Begrünung von Vorgärten. „In den letzten Jahren ist ein zunehmender Trend zur Umwandlung oder Neuanlage von ehemals durchgrünten Vorgärten zu ,Schottergärten’ zu beobachten. Das hat leider folgenschwere Auswirkungen für das Ortsbild, sowie für Natur und Klima“, sagte Katrin Bongert. „Da eine gute Stadtentwicklung Hand-in-Hand geht, wäre es daher schön, wenn die Gemeinde Rheurdt selbst als gutes Beispiel vorangeht und ihre Planung auf die Innenentwicklung ausrichtet und Begrünungsmaßnahmen vorsieht.“

Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Rheurdt ein Infoblatt über die Vorteile naturnaher Gärten und die Nachteile von Schottergärten aufgelegt. Zudem hatte der Rat eine Gestaltungssatzung beschlossen, die in künftigen Baugebieten, für die ein Bebauungsplan aufgestellt wird, Stein- und Schottergärten weitgehend ausschließt.

(RP)