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Rheurdt: Generationengarten verbindet soziale und ökologische Aspekte

Generationengarten in Rheurdt : Gärtnern für jedermann in Rheurdt

Mit dem geplanten Generationengarten soll ein Treffpunkt für Jung und Alt sowie ein Lern- und Informationsort entstehen. Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Klimaschutz und Digitalisierung wurde das Projekt jüngst vorgestellt.

„Einen solchen Garten habe ich in dieser Kombination hier im Umkreis noch nicht gesehen“, sagt Britta Kleiber. Dabei ist es der Beruf der Diplom-Ingenieurin für Landespflege und Landschaftsarchitektur, sich Gärten und Parks anzuschauen, sie zu gestalten. Der geplante Generationengarten soll die Idee der Permakultur, die aus der Landwirtschaft und dem Gartenbau kommt, mit der Idee der Inklusion, dem Miteinander unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Einschränkungen verbinden.

„Wie bei der Inklusion unterschiedliche Menschen zusammenleben, die sich ergänzen, wachsen bei einer Permakultur unterschiedliche Pflanzen zusammen, die sich gegenseitig unterstützten“, beschreibt die Duisburgerin den Grundgedanken, den sie zusammen mit dem Verein für Gartenkultur und Heimatpflege Schaephuysen entwickelt hat.

Im jüngsten Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Klimaschutz und Digitalisierung stellte sie das Konzept vor. „Permakultur heißt permanente, dauerhafte Landwirtschaft“, erläuterte Kleiber. „Und Permakultur steht für Biodiversität und Artenvielfalt von Pflanzen, Organismen und Tieren. Der ökologische Fußabdruck eines solchen Gartens ist sehr klein. Und das ist gut.“

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Die Pflanzen in einem Permagarten seien nur zu bewässern, wenn es sehr lange trocken und heiß war. „Der Garten ist robust und widerstandsfähig“, so Kleiber. „Wege, Bänke oder Zäune sind aus Naturmaterialien gebaut. Und die vorhandene Wasserpumpe, die es für den Notfall gibt, wird mit einer schon vorhandenen kleinen Solaranlage betrieben, da kein Strom verlegt ist und werden soll.“

An mehreren Stellen sollen sich Komposthaufen befinden, damit kein Material den Garten verlässt – außer Gemüse und Obst. Entstehen soll der Garten gegenüber dem ebenfalls geplanten Mehrgenerationenspielplatz, wie die durchgrünte Spiel- und Bewegungsfläche im Stil der „Alla-Hopp-Anlagen“ heißt. Der Gartenbereich soll über eine Fläche von 60 mal 35 Metern verfügen und aus drei Bereichen bestehen. Im runden Eingangsbereich, der im Südosten liegt, befinden sich unter anderem Hochbeete, die von Rollstuhlfahrer angefahren werden können, sowie ein Sonnensegel und Sitzgelegenheiten. „Hier kann man sich treffen, zum Beispiel zu einem Picknick“, so Britta Kleiber. „Hier können aber auch Kurse angeboten werden wie ein grünes Klassenzimmer, zum Beispiel für die Kindergärten oder die Schule. Sie könnten eigene Beete bepflanzen. Vorträge sind möglich.“

Nordwestlich davon ist eine runde Fläche mit sechs Parzellen geplant. „Die Parzellenpächter können hier Gemüse oder Kräuter anbauen“, sagte die Landespflegerin, die selber in Duisburg einen Schrebergarten mit Nutzfläche bewirtschaftet. „Besucher können mit den Parzellenpächtern ins Gespräch kommen. Sie können erfahren, wie entspannend und schön Gartenarbeit ist, auch wenn sie Arbeit bleibt.“ Nordwestlich schließen sich ein Halbkreis mit drei Parzellen sowie eine Wiese mit heimischen Obstbäumen an.

Ab dem nächsten Jahr wollen die Mitglieder die Fläche, die aktuell als Wiese genutzt wird, Schritt für Schritt in einen Garten umwandeln. Zum Beispiel wollen sie Wege anlegen, Bäume pflanzen und Parzellen vorbereiten. „Der Generationengarten soll für das Gärtnern werben, wie für das Zusammenspiel von Menschen mit der Natur“, sagt Claudia Koschare, Vorsitzende des Vereines für Gartenkultur und Heimatpflege. „Wir wollen bewusst auch ausländische Mitbürger einbeziehen, sodass sie ihre Gartenkultur vorstellen und vorleben können.“