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Rheurdt: Ein „selbstgemachter“ Gottesdienst in Zeiten von Corona.

St. Martinus Rheurdt : Ein „selbstgemachter“ Gottesdienst in Zeiten von Corona

Die katholische Gemeinde St. Martinus hat sich einer Aktion im Bistum Münster angeschlossen und lässt während der Corona-Krise ihre Kirchenglocken nicht wie sonst um 18 Uhr, sondern um 19.30 Uhr läuten.

Im Bistum sollen bis zum Mittwoch der Karwoche, 8. April, Glocken um diese Zeit zum persönlichen Gebet einladen. Zusätzlich steht auf der Homepage von St. Martinus Rheurdt-Schaephuysen-Tönisberg eine Anleitung für einen „Do-it-yourself-Gottesdienst“ zum Glockengeläut, den jeder mithilfe einer Kerze und einer Bibel innerhalb von zehn Minuten zu Hause feiern könne. Die Anleitung stamme aus einer Gemeinde in Rheine, sagte Pfarrer Norbert Derrix. „Ein Kollege hat sie mir zugeschickt. Ich fand sie so gut, dass ich dachte: Das kann man übernehmen.“ Und so funktioniert der „selbstgemachte“ Gottesdienst.

Start Das Glockengeläut um 19.30 Uhr abwarten. Beginn mit dem Kreuzzeichen: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen“.

Stille Im Kreis der Familie oder alleine bietet es sich an, einen Moment still innezuhalten. Vielleicht fällt dabei auf, dass es draußen auf den Straßen sehr still geworden ist. Drei bis fünf Minuten sind für den Anfang ein gutes Maß. Ruhig den Timer auf dem Handy einstellen.

Den Tag betrachten Jede/r darf etwas zum Tag sagen. Impulse: „Gibt es etwas, das mir gut gefallen hat heute?“ – „Gibt etwas, was nicht so gut gelaufen ist?“ - „Möchte ich jemand loben?“ - „Möchte ich mich bei jemanden entschuldigen?“ Abschluss sinngemäß: „Legen wir alles das in Gottes Hand“

Gebet Gott, unser Leben und Licht, viele Menschen haben heute eine Kerze angezündet. Es ist ein Zeichen: Dein Licht leuchtet in unsere Nacht. Seit Menschengedenken ist das so – auch in unserer Stunde. Wir danken dir/Ich danke dir. Stehe allen bei, deren Leben in Gefahr ist. Schütze alle, die im Gesundheitswesen arbeiten. Stärke alle, die in der Corona-Krise Verantwortung übernehmen und schwierige Entscheidungen treffen müssen.

In der Bibel lesen Lesen Sie eine Heilungsgeschichte in der Bibel und tauschen sie sich über den Inhalt aus. Mögliche Textstellen: Heilung der zehn Aussätzigen (Lk 17, 11-19), Heilung einer Frau am Sabbat (Lk 13, 10-17), Heilung eines Gelähmten (Mk 2, 1-12), Heilung eines Aussätzigen (Lk 5, 12-16), Heilung des blinden Bartimäus (Mk 10, 46-52) – oder ähnliche Texte.

Freie Fürbitte halten Jede/r darf ganz frei formulieren, für wen oder was er oder sie beten möchte. Finden sie eine Formel, mit der sie jede Bitte gemeinsam beenden. Zum Schluss kann das „Vater unser“ gemeinsam gesprochen werden.

Segen Jeder kann und darf segnen. Sprechen sie ihren Angehörigen den Segen zu, oder erbitten Sie den Segen für sich alleine. Finden Sie eine kreative Form, z. B. Kreuzzeichen in die Hand oder auf die Stirn zeichnen, etwas „Gutes“ sagen, an jemanden denken. „So segne und behüte dich der gute und menschenfreundliche Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“