Feuerwehr Rheurdt Kleine Rettungskarte ist eine große Hilfe

Rheurdt · Gemeinde und Feuerwehr, Autohaus Mölders und Provinzial Versicherung Paeßens starten gemeinsam ein Vorhaben, um die Arbeit der Feuerwehrleute zu erleichtern und Gefahren zu verringen.

 Initiatoren und Unterstützer der Aktion: Christian Mölders (Geschäftsführer Autohaus Mölders), Daniel Paeßens (Provinzial Rheinland Paeßens), Dominic Stracke (Ideengeber), Markus Gehrmann (Leiter der Feuerwehr), Dirk Ketelaers (Bürgermeister) und Markus Kibben (stellvertretender Pressereferent der Feuerwehr). 
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Initiatoren und Unterstützer der Aktion: Christian Mölders (Geschäftsführer Autohaus Mölders), Daniel Paeßens (Provinzial Rheinland Paeßens), Dominic Stracke (Ideengeber), Markus Gehrmann (Leiter der Feuerwehr), Dirk Ketelaers (Bürgermeister) und Markus Kibben (stellvertretender Pressereferent der Feuerwehr). Foto: nop

Foto: Norbert Prümen

2020 hatte Markus Gehrmann in Gelsenkirchen einen schweren Autounfall. „Ich war im Fahrzeug eingeschlossen“, erzählt der Rheurdter Wehrführer. „Nach vier Minuten waren die Feuerwehkollegen aus Gelsenkirchen vor Ort. Ich war bei Bewusstsein, hatte aber – wie sich später herausstellte – zwei gebrochene Halswirbel. Ich konnten den Kollegen die Rettungskarte geben. Diese Rettungskarte hat ihnen die Arbeit sehr erleichtert.“

Die Gemeinde Rheurdt und die Freiwillige Feuerwehr, das Autohaus Mölders und Provinzialversicherung Paeßens haben eine Aktion gestartet, um für diese Rettungskarte zu werben. Die Rettungskarte ist ein DIN-A4-Blatt, auf dem die Fahrzeugkarosse zu sehen ist. Farbig sind die gefährlichen Punkte vermerkt, zum Beispiel Airbags und verstärkte Stellen, Hochvoltkabel und Batterien. „Um Airbags schnell mit Luft zu füllen, gibt es eine Explosion“, sagt Christian Mölders als Geschäftsführer der Autohaus Mölders. „Wenn Feuerwehrleute die Gaskartusche des Airbags treffen, kann das einen großen Schaden für die Insassen und auch für sie selbst verursachen.“

Verstärkte Stellen können für Feuerwehrleute ein Problem werden, wenn sie Personen aus den Fahrzeugen zu schneiden haben. „An diesen Stellen kommen wir im schlimmsten Fall nicht durch“, sagt Dominic Stracke. „Wir gewinnen wichtige Minuten, wenn wir direkt auf der Rettungskarte erkennen, an welche Stellen wir herangehen können.“ Der Unterbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Rheurdt hatte 2018 erstmals den Gedanken, mit einer Aktion für Rettungskarten zu werben. „Ich habe mir ein neues Auto gekauft“, erzählt er. „Ich habe nach der Rettungskarte gefragt. Der Autohändler hatte zu meiner Verwunderung noch nichts davon gehört.“

Auch Stromkabel zu treffen, kann für die Feuerwehrleute gefährlich sein. Ebenso kann es zu Problemen führen, wenn Batterien zu früh abgeklemmt werden. „Heute befinden sich oft sogar zwei oder mehr Batterien im Auto“, sagt Simon Galka, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Rheurdt. „Die Sitze lassen sich manchmal nur noch elektrisch hin- und herbewegen. Wenn jemand eingeklemmt ist und der Sitz lässt sich nicht bewegen, wird es schwierig.“

Die Rettungskarte gehört entweder unter die Sonnenblende oder ins Handschuhfach. Damit die Feuerwehr auch weiß, dass sich tatsächlich eine Rettungskarte an Bord befindet, haben die Rheurdter Wehrleute nun gemeinsam mit der Provinzial Geschäftsstelle Paeßens und dem Autohaus Mölders entsprechende Hinweis-Aufkleber produziert. In drei Sprachen signalisieren diese unmissverständlich, dass eine Rettungskarte im Fahrzeug verstaut ist. Der Aufkleber sollte von innen auf die Windschutzscheibe geklebt werden. „Die Freiwillige Feuerwehr rückt immer wieder zu teils schweren Verkehrsunfällen aus“, sagt Markus Gehrmann. „Oft entscheiden wenige Augenblicke über Leben und Tod. Der kleine Hinweis Rettungskarte kann dann eine große Hilfe sein. „Wir als Versicherer unterstützen so eine wichtige Aktion herzlich gern und legen die Hinweis-Aufkleber samt Flyer auch in unserer Geschäftsstelle aus“, stellt Daniel Paeßens klar. So können Autofahrerinnen und Autofahrer dafür sorgen, dass ihre Rettung im Unglücksfall beschleunigt und vereinfacht wird.“

Bürger aus Rheurdt und der Umgebung können den Hinweis-Aufkleber und einen Informationsflyer kostenfrei im Bürgerbüro der Gemeinde Rheurdt, in der Provinzial Geschäftsstelle Paeßens oder im Autohaus Mölders beziehen. Wer nicht aus der Region kommt, sollte sich bei der Feuerwehr vor Ort erkundigen oder ähnliche Aufkleber kostenlos beim ADAC, der Dekra, beim Tüv oder anderen Anbietern bestellen.

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