Neukirchen-Vluyn: Rektorinnen: Lehrer und Geld fehlen

Neukirchen-Vluyn : Rektorinnen: Lehrer und Geld fehlen

Schulleiterinnen beklagen enorme Probleme bei der Inklusion.

Das Thema "Inklusion" ist ein Sorgenkind an den weiterführenden Schulen der Stadt. Weder die Städtische Gesamtschule noch das Julius-Stursberg-Gymnasium haben das notwendige Personal und die finanziellen Mittel hierfür. Dieser Hilferuf der Leiterin der Gesamtschule, Beatrix Langenbeck-Schwich, und der Rektorin des Gymnasiums, Susanne Marten-Cleef, erreichte am Mittwochabend den Bildungsausschuss. Beide Schulleiterinnen baten eindringlich um zusätzliches Geld und um die Zuweisung von Sonderpädagogen.

Der Ruf nach zusätzlichen Sachmitteln geht direkt an die Stadt. "Kinder mit speziellem Förderbedarf brauchen spezielles Material, das wir derzeit nicht anschaffen können", klagte Marten-Cleef. Zudem seien diese Materialien deutlich teurer als etwa Standard-Schulbücher. In der Not ist der Förderverein des Gymnasiums mit einem Zuschuss von 1300 Euro eingesprungen. Doch das kann kein Dauerzustand sein, sagten die Schulleiterinnen wie aus einem Munde. Hinzu komme der Mangel an Sonderpädagogen. Zahlreiche Stellen im Kreis Wesel konnten nicht besetzt werden. Insofern gehe es Neukirchen-Vluyn wie vielen Kommunen in NRW. Doch wenn nur die Hälfte der benötigten Sonderpädagogik-Stunden gegeben werden könnten, würden die Kinder mit speziellem Förderbedarf entweder früher als ihre Klassenkameraden nach Hause geschickt - oder von Lehrern in Bastel-AGs beschäftigt.

Trotz dieser desaströsen Ausstattung mit Personal und Geld werden der Gesamtschule für das kommende Schuljahr zehn neue Schüler mit speziellem Förderbedarf zugewiesen; das Gymnasium bekommt fünf Grundschüler - zusätzlich zu den jeweils bereits aufgenommenen Schülerinnen und Schülern.

"Ich habe in den vergangenen beiden Jahren festgestellt, dass die Inklusion entgegen vieler schneller Urteile alle Kinder weiterbringt", sagte Marten Cleef. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Langenbeck-Schwich redete sie der örtlichen Politik ins Gewissen. "Wir brauchen die notwendige Unterstützung, um uns der Inklusion als Aufgabe angemessen stellen zu können." In NRW fehlen in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich 1000 Sonderpädagogen, so Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Inzwischen lernen mehr als 40 Prozent aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen.

(RP)
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