Ranzenbörse in Neukirchen-Vluyn Auf der Suche nach dem richtigen „Torni“

Ranzenbörse in Neukirchen-Vluyn : Auf der Suche nach dem richtigen „Torni“

Wichtige Frage für viele angehende Grundschüler und ihre Eltern: Welche Schultasche ist die richtige? Wir haben eine Familie bei der 17. Ranzenbörse im Sport- und Freizeitpark Klingerhuf begleitet.

Der Andrang bei der Ranzenbörse im Sport- und Freizeitpark Klingerhuf in Neukirchen ist enorm. Rund 450 verschiedene Modelle, vom Tornister bis zum Rucksack, stehen für den Schulstart bereit. Die Auswahl nach Herstellern und Ausführungen ist riesig. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm mit Ranzencheck und anderen Angeboten. Da kann es schwerfallen, den Überblick zu behalten. „Wir sind gerade etwas überfordert. Die Auswahl überrascht mich sehr“, gesteht Stephan Grubeck. Sohn Fabian (5) wird nach den Sommerferien in die Schule gehen und ist bereits Feuer und Flamme. Auch ihm hat es die Sprache verschlagen. „Ich glaube, er orientiert sich daran, was die anderen Kinder gerade auf dem Rücken haben“, sagt seine Mutter Andrea Braems.

Ute Gappel, Mitarbeiterin beim örtlichen Veranstalter Giesen-Handick und Ranzenspezialistin, hat die Lage registriert. „Ich sehe schnell, wenn bei Eltern Ratlosigkeit herrscht. Dann spreche ich sie an und frage nach ihren Vorstellungen“, sagt die Fachverkäuferin. Sie ist wie ihre Kolleginnen über die neuesten Veränderungen von den Ranzenherstellern geschult worden.

So ganz nach Geschmack ist der erste Tornister, den Fabian anprobiert, nicht. Die Motive gefallen nicht, die Farbe schon gar nicht. Die Schultergurte sind ihm am Hals zu nah. Ein anderes Modell lässt das Tragegefühl vermissen. Wie sitzt der Gelb-Blaue? Klarer Fall für Ute Gapppel, sie übernimmt, führt durch die Modellvielfalt, weist auf die Besonderheiten, Trageeigenschaften wie auch auf die Verstellsysteme hin, damit der Tornister mitwachsen kann. „Wir sind noch lange nicht am Ende“, muntert sie Fabian auf.

Für den Vater sind eher neutrale Farben ein Kriterium. Eine kleine Auswahl hat er bereits zusammen. „Nichts Extremes, da verliert sich schnell die Freude“, meint er, während die Mutter versucht, Vorlieben bei Fabian auszumachen. Vier Jahre soll der Ranzen den Knirps in der Grundschule begleiten. Vom Ranzen, oder wie früher von der Tonne, spricht dabei keiner mehr, sondern vom „Torni“, den es auszusuchen gibt.

Bewusst haben sich Fabians Eltern nicht vorab im Netz informiert. „Wir setzen auf die Erfahrung von Giesen-Handick“, sagt Andrea Braems. Schon ihre Schwester hat vor Jahren für ihren Nachwuchs dort gekauft. „Im Schnitt dauert eine Beratung 30 Minuten. Die Zeit haben wir und noch mehr für den optimal passenden Tornister“, sagt Ute Gappel. Ein Strahlen macht sich mittlerweile auf Fabians Gesicht breit. „Der passt“, erklärt er, und Ute Gappel bestätigt es mit sicherem Blick. Der „spacige“ Tornister wird ihn begleiten. Nun kommt es auf die schmückenden Accessoires an, die als Klett- oder Magnetelemente den Ranzen individuell machen. Dinos oder Drachen? Leuchtende Augen bekommt der Junge, als er ein Sortiment mit Feuerwehrmotiven entdeckt. Perfekt, für ihn ist der Ranzenkauf abgeschlossen. Der Schulstart ist dann nochmal eine andere Geschichte.