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Neukirchen-Vluyn: Radioaktive Böden werden abgebaggert

Neukirchen-Vluyn : Radioaktive Böden werden abgebaggert

Bis Ende Februar wird belastetes Erdreich vom Zechengelände Niederberg verschwinden. Die Renaturierung der Gräben geht weiter.

Gefahr für Leib und Leben soll zwar nie bestanden haben, doch Pannen bei der Kommunikation zwischen Lineg, Stadt, Kreis und den Behörden in Düsseldorf hatten angesichts belasteter Böden in der Nähe der ehemaligen Zechen Niederberg für einige Aufregung unter den Ratsfraktionen gesorgt. Nun ist die Lineg dabei, die leicht radioaktiven Erdschichten abzutransportieren.

"Es läuft bislang prima", versichert Elke Wimmer, die Sprecherin der Lineg. Die Politik hat sich inzwischen beruhigt, und die Bürger hat das Ganze offenbar weniger tangiert als gedacht. "Wir haben zumindest keine Anfragen bekommen, weder schriftlich noch telefonisch." Nur die Anwohner der Fritz-Baum-Straße, über die der Abtransport in Richtung A 40 läuft, hatten gebeten, während dieser Touren ein halbseitiges Halteverbot zu verhängen. Das ist auch passiert.

Es ist nicht gerade wenig, was die Lkw an belastetem Material wegschaffen müssen - rund 10.000 Tonnen Erde. Knapp 500 Transporte sind dafür nötig, etwa 25 Fuhren am Tag verlassen das Gelände. Die Hälfte der Böden ist bislang weggeschafft worden. Ziel der Transporte ist eine Deponie bei Leipzig. Die Lineg-Mitarbeiter rechnen damit, dass die Maßnahme spätestens Ende Februar beendet ist.

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Die Lineg hatte Mitte November mitgeteilt, dass bei den Arbeiten zur Renaturierung des Ophülsgrabens einzelne Stellen aufgefallen waren, die eine natürliche Radioaktivität aufweisen. Offensichtlich sind diese Schichten mit dem Grubenwasser nach oben gekommen. Die Lineg-Experten versicherten jedoch, dass die gemessenen Werte von Radioaktivität klar unter dem Grenzwert von einem Becquerel pro Gramm liegen, genauer gesagt, bei 0,77 Becquerel.

Vertreter von Verwaltung und Rat hatten einige Tage nach dem Bekanntwerden dieser Informationen die Stelle am Ophülsgraben besucht und sich bei den Experten informiert. Auch RAG-Projektleiter Ralf Hüttemann war zugegen. Die Stadt und die Lineg sehen die Pannen bei der Abstimmung nicht bei sich, sondern eher auf Kreisebene.

Wenn im Februar der Abtransport des Erdreichs beendet ist, wird die Lineg mit der Renaturierung des Grabens fortfahren. Denn neben der Diskussion um die Böden ist das eigentliche Vorhaben der Entwässerungs-Genossenschaft fast aus dem Blick geraten. Der Ophülsgraben und der Kleine Hugengraben waren zu den Zeiten, als das Bergwerk noch in Betrieb war, "verrohrt" worden. Nun werden sie ihr altes Bett wiederbekommen. Das bedeutet, dass Pflanzen und Tiere wieder zurückkehren sollen. Bachstelzen, Schwalben und Kröten sind nur einige der Arten, auf deren Rückkehr die Experten der Lineg hoffen. Daneben dient der Graben aber auch einem praktischen Zweck: Er leitet das Regenwasser aus dem Niederberg-Wohnquartier III ab.

(s-g)