Porsche ist Kult, die Fahrer trafen sich in Neukirchen-Vluyn.

Neukirchen-Vluyn : Benzingespräche der Porsche-Piloten bei Kaffee und Käsekuchen

Viele Dutzend Kult-Autos stoppten am Sonntag am Averdunkshof. Zum Teil kamen die Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet zu dem bodenständigen Treffen.

„Ich hatte als Kind eine Carrerabahn. Darauf ließ ich einen silbernen 911er Porsche sausen. Damals habe ich mir geschworen, irgendwann mal selbst einen zu fahren“, erzählt der 50-jährige Arndt Paulussen. Mit Lebensgefährtin Ute Deussen ist der Mönchengladbacher zum Porschetreffen am Averdunkshof in Neukirchen gekommen, „um Freunde zu treffen“.

Die Carrerabahn hat er immer noch, inzwischen ist er aber auch stolzer Besitzer eines 911er Porsches, Baureihe 997.1, Baujahr 2008. „Außen und innen schwarz, klassisch, das verspricht den höchsten Werterhalt. Als letztes Modell mit Saug- statt Turbomotor kann er ein Kultauto zu werden“, hofft Paulussen. Ihn fasziniert, dass es das einzige Auto sei, was seit über 50 Jahren gleich aussieht und sofort von jedem Kind als Porsche erkannt wird. Die Faszination Porsche verbindet alle Besucher beim dritten Porsche Kaffee-Klatsch am Sonntag.

Der Parkplatz vor dem Lokal füllt sich ab 11 Uhr langsam, auch auf der Wiese dahinter reihen sich unterschiedliche Modelle ein. Das ein oder andere hat bereits Oldiestatus. Cabrios sind dabei, Rennwagen wie der GT3 RS, ein paar SUVs und sogar zwei Porsche Traktoren sind vorgefahren. Die Kennzeichen lassen erkennen, dass Gäste auch aus dem Ruhrgebiet gekommen sind. Den Veranstaltern ist wichtig, dass jeder willkommen ist. Auch eine Anmeldung war nicht nötig. Entgegen aller Vorurteile ginge es weder elitär noch spießig zu im Club, erklärt Michael Schober, der für die Veranstaltungsplanung zuständig ist.

Ein wenig gefachsimpelt werde schon, zum Beispiel über neue Modelle oder über gute Werkstätten. Hauptsächlich gehe es aber um die Geselligkeit, wenn sich die Club-Mitglieder an jedem ersten Donnerstag im Monat im Restaurant Elfrather Mühle in Krefeld treffen. Besonders stolz sind er und Kollege Herbert Hüttemann auf die gemeinsamen Ausfahrten, die dreimal im Jahr veranstaltet würden. Dieses Jahr war man bereits mit rund 15 Autos im Westerwald und in Greetsiel an der Nordsee. Im Herbst ist geplant, an die Ahr zu fahren. Dabei bekomme jedes Team ein „Roadbook“ mit bestimmten Aufgaben, die auf der Fahrt erledigt oder gefunden werden müssen. Solch eine „Schnitzeljagd“ bringe Spaß und Abwechslung in die Ausfahrten, erzählen die beiden Porsche-Fans. Im nächsten Jahr soll es sogar bis an den Gardasee gehen. „Toll am Porsche ist, dass er beides kann: sportliches Fahren und ganz normales Alltagsgefährt“, sagt Hüttemann. Natürlich habe es auch seinen Reiz, mal den Nürburgring oder die Rennstrecke im belgischen Spa zu fahren. Der Porsche Club Nordrhein existiert seit 2011, wurde von Kunden des Moerser Porschezentrums Niederrhein ins Leben gerufen. Man freue sich über das große Interesse und hoffe, neue Mitglieder zu gewinnen, betonen die Vorstandsmitglieder.