Polizeihauptkommissar Jörg Hackstein ist neuer Bezirksbeamter in Vluyn

Umstieg nach 25 Jahren im Sattel eines Polizeimotorrads. : Jörg Hackstein (52) streift ab sofort durch Vluyn

Der Polizeihauptkommissar ist neuer Bezirksbeamter.

Seit sieben Wochen ist Vluyn so sicher wie das Bundesfinanzministerium. Denn mit Polizeihauptkommissar Jörg Hackstein streift ein neuer Bezirksbeamter durch die Vluyner City, der Anfang der 1990er Jahre auf Theo Waigel und die Bonner Finanzzentrale der Bundesregierung aufgepasst hat. Für die meisten Neukirchen-Vluyner ist Hackstein vom Rosenmontagszug her bekannt. Während seiner 25 Jahren auf dem Polizei-Motorrad in Moers hatte Hackstein als Polizei-Geleit des jecken Zuges seinen festen Platz: „Viele hat man dabei Jahr für Jahr wiedergesehen“, schmunzelt der Familienvater. Mit den an vielen Ecken angebotenen närrischen Bützchen ging der Mann in all den Jahren zurückhaltend um: „Der Motorradhelm verleiht einem auch auf diesem Gebiet einen gewissen Schutz.“

Im Alter von 52 war es Zeit für einen Wechsel. „Bezirksbeamter ist für viele Polizisten ein Traumjob“, weiß Polizeidirektor Wolfgang Tühl. Mit 80 Prozent Außendienst kommt kaum ein Ordnungshüter den Menschen so nahe wie der Bezirksbeamte. Eins kam Jörg Hackstein bei seinen Runden durch Vluyn aus seiner Zeit als Motorradpolizist übernehmen, so Tühl: „Sowohl der Kradfahrer als auch der Bezirksbeamte sind oft allein im Einsatz. Da kommt es auf Übersicht und Erfahrung an.“ Es ist definitiv kein Job für Anfänger.

Dass Hackstein in große Fußstapfen tritt, nimmt er mit Humor. Sein Vorgänger Fritz Marx war in Vluyn lange Jahre im Einsatz – und dabei aufgrund seiner Körpergröße nicht zu übersehen. Sobald Hackstein sich derzeit als neuer Bezirksbeamter der Polizei vorstellt, tut er das meist mit dem Satz „Ich bin der neue Fritz.“ Dann wissen die meisten Vluyner Bescheid: „Ist Herr Marx jetzt im Ruhestand?“ Jawohl – genauso ist es.

Bei der Runde am gestrigen Freitag über den Vluyner Wochenmarkt zeigte sich, dass der Bezirksbeamter das Gesicht der Polizei im Viertel ist. Alle paar Meter wurde Jörg Hackstein angesprochen. Ob es um einen Parkausweis für Behinderte geht – oder um Falschparker in manchen Vluyner Quartieren – ein Bezirksbeamter muss sich allen Fragen stellen. „Genau das macht mir Spaß“, sagt Hackstein. Außerdem sei er in der Wache Neukirchen-Vluyn sehr gut aufgenommen worden.