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Politiker aus Neukirchen-Vluyn sind unzufrieden mit dem Prestigeobjekt Hochstraße.

Politiker aus Neukirchen-Vluyn sind unzufrieden mit dem Prestigeobjekt : Wird die Hochstraße nach der Einweihung vernachlässigt?

Politiker im Stadtentwicklungsausschuss trugen eine lange Mängelliste vor. Sie vermissen vor allem die Revitalisierung der Läden.

Ratspolitiker von CDU und SPD haben am Mittwochabend erheblichen Unmut kundgetan über den Zustand der Hochstraße. Ihrer Meinung nach wird das Prestigeprojekt nach der feierlichen Einweihung zum Erntedankfest Ende September nun sträflich vernachlässigt. Die Liste der Beschwerden reichte im Stadtentwicklungsausschuss von einer Mitten im Weg geparkten, hässlichen Teermaschine, über unordentlich gelagerte Baumaterialien, sandiges Pflaster bis hin zu einem zu einem zu langsamen Quartiersmanagement, das längst Hausbesitzer und Ladeninhaber zu einer quirligen Interessengemeinschaft hätte zusammenbringen sollen.

Letzteren Punkt brachte SPD-Ratsherr Richard Stanczyk in die Diskussion ein. Denn mit dem Abschluss der Pflasterarbeiten sei es nicht getan. Nun müsse die äußerlich hergerichtete Hochstraße („Mülleimer, Bänke und Bäume fehlen noch immer“) wieder zu einem Einkaufszentrum werden. Hieran müssten nach Meinung von Stanczyk Einzelhändler und Hausbesitzer gemeinsam arbeiten. Dieser Ball wurde in der Runde aufgenommen und um die Kritik daran ergänzt, dass sich offenbar im Bereich der Ladenlokale überhaupt nichts tue.

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Nun hakte die städtische Wirtschaftsförderin Ulrike Reichelt ein. Derzeit seien ihr keine vermarktbaren Ladenlokale auf der Hochstraße bekannt. Reichelt nannte dafür drei Gründe: Zum einen hätten manche Hausbesitzer gar kein Interesse daran, das Ladenlokal in ihrem Gebäude zu vermieten. Bei anderen Immobilien seien die Hausbesitzer früher selbst Ladenbetreiber gewesen. Teilweise seien Sanitäreinrichtungen und Küchen so eng mit den Ladenlokalen verwoben, dass diese gar nicht getrennt vermietbar seien. Und schließlich gebe es eine Reihe von Ladenräumen, die nicht beheizt werden könnten. Eben daran müsse das Quartiermanagement arbeiten, so Stanczyk.

Aus den Reihen der CDU wurde über eine Stromladestation berichtet, die auf der Hochstraße mitten auf den „taktilen Streifen“ gesetzt worden sei. Dieser dient eigentlich der Orientierung von Sehbehinderten. Christdemokrat Thomas Stralka lästerte über die in der Nähe aufgestellt Mitfahrerbank: „Wir wollen nach Menschen nach Neukirchen bringen und nicht von dort weg.“

Der technische Beigeordnete Ulrich Geilmann kündigte Gespräche mit den Baufirmen über das Baustellenmanagement an. Die Möblierung der Hochstraße sei bestellt und werde zeitnah montiert. Bei der Mitfahrerbank – eine Idee der Agendabeauftragten und den Klimaschützers – gehe er davon aus, dass es Pendants im Stadtgebiet geben werde, von denen aus Neukirchen und die Hochstraße angesteuert werden könnte.

Die von den Politikern ebenfalls kritisierte Verzögerung bei der Neugestaltung der Mozartstraße resultiere daher, dass man im Jahr 2019 den Grafschafter Platz angehen wolle – was sich eben auch auf die Mozartstraße auswirken werde. Dass das Fassadenprogramm von den Anliegern in Neukirchen rege in Anspruch genommen werde und auch weiterhin verfügbar sei – geriet angesichts der Debatte etwas ins Hintertreffen.