Neukirchen-Vluyn: Petition für Nahversorger auf Niederberg

Neukirchen-Vluyn : Petition für Nahversorger auf Niederberg

Die Grünen fürchten einen großen Markt zwischen Neukirchen und Vluyn. Die Bürger in den neuen Quartieren sehen das anders und sammeln im Netz nun Stimmen. Der geplante Markt sei ein wichtiger Anreiz gewesen, dort hinzuziehen.

Neubürger, die auf dem ehemaligen Bergwerksgebiet Niederberg gebaut haben, machen Druck auf die Stadt, die Ansiedlung eines großen Nahversorgers vor Ort zu unterstützen. Das Forum "niederberg-netzwerk.de" macht seit Dienstag aufmerksam auf eine Abstimmungsinitiative, die der Neu-Niederberger Ferry Dave Jäckel gestartet hat. Sie läuft auf der Seite "openpetition.de" und lautet "Ansiedlung von Einzelhandel mit Vollsortiment auf Niederberg-Süd." Mit "Süd" ist das Gelände südlich der Niederrheinallee gemeint. "Die Befragung läuft seit gestern für insgesamt 90 Tage. Mit Stand heute haben bereits 106 Personen dafür gestimmt, Tendenz steigend. 1000 sollen es mindestens werden", schreibt Netzwerk-Mitglied Anja Steinhoff.

Vor wenigen Tagen hatte die Ratsfraktion von Bündnis 90/Grüne Sorgen über einen zu großen Einzelhandelsmarkt auf Niederberg geäußert. Zwar sei auch das Dorf Neukirchen derzeit unterversorgt, doch ein großer Markt mit einem zentrenrelevanten Sortiment könne die Geschäfte in den Ortskernen ernsthaft gefährden (die RP berichtete).

Das sehen die Initiatoren der Petition anders. In der Begründung auf "onlinepetition.de" heißt es, "nicht nur für die Bürger in der Umgebung, sondern auch für die Berufspendler" sei der Standort an der L 140 ideal. Eine große Nahversorgungslücke in der Stadt könne so geschlossen werden. In den Kommentaren bekommt der Vorstoß viel Zuspruch. "Die geplante Nahversorgung war mit ein ausschlaggebender Punkt für den Kauf des Grundstücks auf Niederberg", schreibt Kommentator Reginald Schwarz. Auch andere Teilnehmer im Forum versichern, die Ankündigung eines großen Marktes vor Ort habe ihre Entscheidung, auf Niederberg zu bauen, stark beeinflusst, so ein ungenannter Teilnehmer, der schreibt: "Menschen haben sich auf diese Aussage verlassen! Es sieht ja nun fast so aus, als ob man die Leute damit nur ködern wollte!" SPD-Ratsherr Timo Glantschnig, der selber auf Niederberg baut, kommentiert an gleicher Stelle: "In Summe fehlt es an Einzelhandel in Neukirchen-Vluyn. Der Stadt täte es gut, wenn sich ein moderner Einzelhandel mit ausreichend Parkplätzen auf Niederberg ansiedelt, da sich wohl auch der Edeka Neukirchen auf Dauer nicht mehr halten kann."

Von einer Täuschung der Siedler könne keine Rede sein, erklärt Frank Grusen, Sprecher der Stadt Neukirchen-Vluyn. Es sei geplant, auf Niederberg wie in Neukirchen angemessene Nahversorger anzusiedeln. "Priorität für die Verwaltung hat im Moment das Dorf Neukirchen, weil dort ein wichtiger Versorger geschlossen wurde." Dass es mit zwei Märkten zu Konkurrenz kommen könne, hält Grusen für unwahrscheinlich. "Geplant wird in Größenordnungen, die wirtschaftlich nebeneinander existieren können."

Info Den Link zur Petition finden Interessierte über www.niederberg-netzwerk.de

(RP)
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