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Neukirchen-Vluyn: Paradies Betten feiert 160-jähriges Bestehen

Neukirchen-Vluyn : Paradies Betten feiert 160-jähriges Bestehen

Das Unternehmen aus Vluyn ist weltweit in 50 Ländern tätig. Heute findet ein großes Fest mit Mitarbeitern und Ehemaligen statt.

Im Archiv der Firma Paradies gibt es viele Fotos, die bei älteren Einwohnern von Neukirchen-Vluyn Erinnerungen wachrufen. Etwa das Bild eines Firmen-Lkw mit der Aufschrift "Kremers Steppdecken - Vluyn/Niederrhein". Daran hat sich eigentlich wenig geändert: In Vluyn ist das Unternehmen immer noch ansässig, und noch immer führt die Familie Kremers die Geschäfte - heute sind es, mittlerweile in fünfter Generation, die Brüder Rolf W.J. Kremers und Klaus D. Kremers.

In diesem Jahr feiert die Firma ihr 160-jähriges Bestehen. Groß gefeiert mit der Belegschaft und mit ehemaligen Mitarbeitern wird am heutigen Freitag, wie Pressesprecher Thomas Borghs mitteilt. Auch die Nachbarn sind dazu eingeladen. Die Zentrale steht nicht auf der grünen Wiese, sondern immer noch im Ortskern von Vluyn.

Gründervater des heutigen Betriebs war Wilhelm Kremers, der 1854 in Vluyn eine Fabrik für Watte- und Steppdecken ins Leben rief. Ab 1870 war das Unternehmen als "Gebr. Kremers" bekannt. Die Marke "Paradies" wurde im Jahr 1903 in das Warenzeichenregister in Berlin eingetragen. Damit ist sie eines der ältesten deutschen Markenzeichen.

 So sahen die Lieferwagen der Firma nach dem Zweiten Weltkrieg aus. Steppdecken waren von Anfang an ein wichtiges Produkt des Unternehmens.
So sahen die Lieferwagen der Firma nach dem Zweiten Weltkrieg aus. Steppdecken waren von Anfang an ein wichtiges Produkt des Unternehmens. Foto: ""
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Das heutige Sortiment der Paradies GmbH umfasst Betten und Kissen in den verschiedensten Gewebe- und Füllkompositionen, Matratzen, Federholzrahmen und andere Produkte, "die das Leben angenehmer und komfortabler gestalten", wie es in einem Text des Unternehmens heißt. In Europa zähle die Paradies GmbH zu den führenden Bettwarenherstellern, weltweit sei man in 50 Ländern tätig.

 Die Geschäftsführer Rolf und Klaus Kremers mit Produktmanager Peter Borghs im Testlabor. Hier werden ewa Kissen auf Belastungsfähigkeit geprüft.
Die Geschäftsführer Rolf und Klaus Kremers mit Produktmanager Peter Borghs im Testlabor. Hier werden ewa Kissen auf Belastungsfähigkeit geprüft. Foto: kdi

Zu den Innovationen, die von den Vluynern im Laufe der Jahrzehnte entwickelt wurden, gehört die waschbare Textilfaserbettdecke. Das war in den 60er Jahren. Inzwischen zählen zu den Entwicklungen des Hauses Produkte, die ökologisch ausgerichtet sind. Dazu zählen etwa solche Artikel, die pflanzliche Rohstoffe (aus Mais) oder Fasern, welche aus recycelten Flaschen stammen, als Füllmaterial verwenden. Ebenfalls eine Novität der jüngsten Jahre ist ein Kissen wie "Cool Comfort", dessen Bezug luftig und kühlend wirken soll.

Solche Entwicklungen werden in der Forschungsabteilung der Paradies GmbH entwickelt. Dort kann ein Besucher unter anderem erleben, wie Produkte einem Härtetest unterworfen werden: Eine Maschine mit dem Kosenamen "Charly" knufft und knetet Kissen bis zu 50 000 Mal, um zu prüfen, ob das Material solche Belastungen aushalten kann.

Stolz meldet das Unternehmen, dass sich internationale Unternehmen wie die Lufthansa von der Paradies GmbH ausstatten lassen. Ebenfalls auf der Kundenliste stehen zum Beispiel der Breidenbacher Hof und das "a capella" in Düsseldorf, das Grand Elysée in Hamburg und das St. James in London. Sogar an die höchsten Punkte der Erde sind die Produkte aus Vluyn gelangt: In den 50er Jahren wurden Schlafsäcke von Paradies von Expeditionen verwendet, die den Sturm auf die eisigen Gipfel des Himalaya wagten.

(RP)