Offenlegung zur Zeelink Gaspipeline in den Rathäusern Rheurdt und Kamp-Lintfort

Planfeststellungsbeschluss liegt in Rathäusern von Rheurdt und Kamp-Lintfort offen : Bezirksregierung treibt Zeelink Gaspipeline voran

Auslage des Planfeststellungsbeschlusses in den Rathäusern von Rheurdt und Kamp-Lintfort bis zum 4. Februar.

Die Bezirksregierung Düsseldorf leitet den nächsten Schritt zum Bau der Zeelink Gaspipeline ein. Insgesamt plant das Unternehmen Zeelink den Neubau einer rund 215 Kilometer langen Erdgasfernleitung von Lichtenbusch bei Aachen über St. Hubert im Kreis Viersen bis nach Legden im Kreis Borken. Beim jetzigen Planfeststellungsverfahren geht es um einen etwa 105 Kilometer langen Abschnitt von der Station Hochneukirch (Stadt Jüchen) bis zur Station Dämmerwald (Gemeinde Schermbeck). Die Trasse führt auch über das Gebiet von Rheurdt und Kamp-Lintfort. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein, als Fertigstellungstermin wird 2021 genannt.

Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung orientiert sich die geplante Trassenführung auf Rheurdter Gebiet im Wesentlichen am Verlauf einer bereits verlegten Öl-Fernleitung. Mehrere Wirtschaftswege müssten bei der Verlegung der Rohre gekreuzt werden. Die neue Gaspipeline werde in einer Tiefe von etwa zwei Metern verlegt – so dass anschließend oberhalb normaler Ackerbau möglich sei, sagte der Rheurdter Fachbereichsleiter Udo Hövelmanns unserer Zeitung.

Gleichwohl haben Landwirte Anspruch auf Entschädigungszahlungen. Über deren Rahmen haben sich die Landwirtschaftskammern mit dem Unternehmen Zeelink geeinigt. Die dabei festgelegten Werte gelten als Orientierung, um Entschädigungen verhandeln muss jeder einzelne Landwirt. Daneben können auch Nachbarn und Mieter Einsprüche gegen die geplante Trassenführung einreichen.

In anderen Städten haben sich teilweise Bürgerinitiativen gegen die Gasfernleitung gebildet. Ein Argument – es gebe genug Transportkapazitäten für Gas – weisen die Betreiber zurück. Seit Mai 2015 laufe in Deutschland eines der größten Infrastrukturprojekte der deutschen Erdgasversorgung: die Gas-Umstellung von L-Gas auf H-Gas. L-Gas („Low calorific gas“ mit niedrigem Brennwert) stammt aus Quellen in Deutschland und den Niederlanden. Der kontinuierliche Rückgang der L-Gas-Aufkommen macht den Wechsel auf H-Gas („High calorific gas“ mit höherem Methangehalt und folglich höherem Brennwert) notwendig. Diese Umstellung soll 2030 abgeschlossen sein.

Das Zeelink Projekt solle für Millionen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden die Anbindung an H-Gas sichern. Das Infrastrukturprojekt sei damit von großer Bedeutung für Nordrhein-Westfalen und Deutschland, heißt es in der Verlautbarung der Antragsteller.

Der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregirung liegt aus vom 21. Januar bis einschließlich 04. Februar 2019 inklusive des Plans

Gemeinde Rheurdt, Rathaus, Bauamt, Zimmer 1, Rathausstraße 35, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie montags bis mittwochs von 14 bis 16.30 Uhr und donnerstags 14 bis 18 Uhr
Stadt Kamp-Lintfort, Am Rathaus 2, Zimmer 437, montags bis mittwochs von 8 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr

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