Notfallseelsorger aus dem Kreis Wesel ausgezeichnet

Gottesdienst in Neukirchen-Vluyn : Notfallseelsorger aus dem Kreis Wesel ausgezeichnet

Pfarrer Kurt Heyser und Ulrich Rassier, der seinen Arbeitsplatz in der Koordination Gefahrenabwehr in der Kreisverwaltung hat, erhielten die Ehrenmedaille in Gold.

(sabi) Das Feuerwehrgerätehaus Neukirchen bot für den ökumenischen Gottesdienst der Notfallseelsorge Kreis Wesel den entsprechenden Rahmen. Gemeinsam feierten Vertreter der Rettungsdienste, der Feuerwehren und die Notfallseelsorger im Kreis den jährlichen Gottesdienst. Unter dem Motto „Einsatz beendet – Seele verletzt“ erhielten die Gäste ganz persönliche Einblicke von Einsatzkräften am Unglücksort.

Der Fokus richtete sich beim Gottesdienst auf die Notfallseelsorger, denn diese leisten „Erste Hilfe für die Seele.“ Wenn sich durch Unglücksfälle den Angehörigen der Opfer der Boden unter den Füßen entzieht und alles einzustürzen droht, beginnt ihre Arbeit. Sie stehen zur Seite, trösten und versuchen, aufzufangen.  „Sind wir immun? Haben wir eine Teflonseele?“, fragte Pfarrer Bernhard Ludwig, der zusammen mit Pastoralreferent Adolfo Terhorst den Gottesdienst feierte. „Notfallseelsorger helfen und bekommen selber Hilfe“, so Ludwig weiter. Er betonte die gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen.

Seit dem Jahr 2000 arbeitet die Notfallseelsorge der katholischen und evangelischen Kirche auf anerkannt hohem Niveau im Kreis. Pfarrer Kurt Heyser, der am Wochenende in Kapellen mit einem Gottesdienst offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde, gehörte von Anfang an zur Notfallseelsorge. Gemeinsam mit den Pfarrern Bernhard Ludwig und Uwe Klein baute er eine professionelle Notfallseelsorge auf. Ludwig: „Die Notfallseelsorge ist ihm ein Herzensanliegen.“

2001 übernahm Heyser die Leitung und war auch maßgeblich an der Weiterentwicklung der ehrenamtlichen Ausbildung von Notfallseelsorgern beteiligt wie auch bei der Einsatznachsorge. Für seine Verdienste überreichte Pfarrer Ludwig Kurt Heyser die Ehrenmedaille in Gold. Ulrich Rassier, der seinen Arbeitsplatz in der Koordination Gefahrenabwehr in der Verwaltung vom Kreis Wesel hat, wurde ebenfalls mit der goldenen Ehrenmedaille ausgezeichnet. Erstmals in der Geschichte der Ehrungen, so Bernhard Ludwig, erhielt ein Mann, der nicht zum Seelsorgeteam gehört, diese besondere Ehrenmedaille. „Er hat maßgeblich den Aufbau der Notfallseelsorge vorangetrieben und in der Verwaltung verankert“, so Ludwig.

2010 wurde dann die Einsatznachsorge als kommunale Aufgabe etabliert. „Ein Leuchtturmprojekt mit starker Strahlkraft“, so Ludwig, der Ulrich Rassier hohen Sachverstand und treue Verbundenheit bescheinigte. Wie Kurt Heyser verabschiedet sich auch Ulrich Rassier in den Ruhestand. Im Anschluss fand im Feuerwehrgerätehaus ein gemütliches Beisammensein statt. Die Notfallseelsorge im Kreis Wesel wird von der evangelischen und katholischen Kirche gemeinsam in enger Kooperation mit dem Kreis Wesel gemeistert und von Seelsorgekräften aus den Kirchen- und Pfarrgemeinden Tag und Nach geleistet. Er ist für Betroffene kostenfrei.