Neukirchen-Vluyn: Nieper Löschgruppe sucht Freiwillige

Neukirchen-Vluyn : Nieper Löschgruppe sucht Freiwillige

Mit einem Brandschutztag stellten die Blauröcke ihre Arbeit vor und warben um Nachwuchs. Der dürfte auch den mittelalten Jahrgängen angehören. Denn die Freiwillige Feuerwehr kann weitere Helfer gut gebrauchen.

Die Löschgruppe Niep ist eine große Familie. Ihr gehören 15 Blauröcke an. "Zwei davon sind Frauen", erzählt Löschgruppenführer Friedrich Westerhoff. "Unsere Mitglieder sind zwischen 18 und 60 Jahren alt." Die Familie der Freiwilligen Feuerwehr hat Nachwuchs. Zwei junge Feuerwehrleute aus Niep, die mit 16 und 13 Jahren in der Jugendfeuerwehr aktiv sind, stoßen in zwei und fünf Jahren zur Nieper Feuerwehrfamilie. Diese gleicht einer ganz normalen Familie. "Das Leben in der Löschgruppe ist wunderschön", sagt Westerhoff. "Aber es ist kein Wunschkonzert."

Wie jede Familie hat die Löschgruppe Niep Zu- und Abgänge. "Junge Feuerwehrleute ziehen weg, wenn sie eine Ausbildung oder ein Studium beginnen", erzählt Heinrich Westerhoff. "Einige kehren zurück, aber nicht alle."

Dazu hätten nicht mehr alle die Möglichkeit, bei den ehrenamtlichen Einsätzen dabei zu sein, beispielsweise wenn ihr Arbeitsplatz weit entfernt liege. "Selbstständige können sich ihre Arbeitszeit leichter einteilen", sagt der 54-jährige Medizintechniker, der am Hülser Berg wohnt. "Ein oder zwei Tage in der Woche vom Homeoffice aus zu arbeiten, ist auch günstig."

Um die Abgänge auszugleichen, hat die Löschgruppe mehrere Wege eingeschlagen, um neue "Familienmitglieder" zu gewinnen. Einer ist der Brandschutztag, zu dem sie ins Gerätehaus einlädt, das am Bruckschenweg nahe am Hülser Berg liegt. Neben Gegrilltem, Kuchen und Kaffee für Erwachsene bietet sie Spiele für Kinder an, die beispielsweise mit dem Strahl des Wassersschlauches bestimmte Punkt zu treffen haben, um Figuren umzustoßen oder Apparate in Gang zu setzen. Außerdem zeigen die Feuerwehrleute, wie sie gegen große Feuer vorgehen. "Dadurch lernen Kinder die Feuerwehr kennen", sagt Heinrich Westerhoff. Aber es sei noch ein weiter Weg von diesem Interesse bis zum Eintritt in die Jugendfeuerwehr.

Ein zweiter Weg ist, die "Familie" für Erwachsene interessant zu machen, die nach Ausbildung oder Studium nach Niep ziehen und noch keinen Kontakt zu den Blauröcken hatten. "Früher gab es kaum Quereinsteiger", sagt der Löschgruppenführer. "Heute treten immer wieder Neue zwischen 25 und 50 Jahren ein. Oft haben sie vorher in Kontakt zu unseren Feuerwehrleuten."

Gerne würde er noch einige Quereinsteiger aufnehmen, die bei den wöchentlichen Übungen und den jährlich 20 Einsätzen dabei sind, von denen die meisten technische Hilfeleistungen und Leistungen bei Verkehrsunfällen sind. "Wir konnten in den vergangenen Jahren unsere Stärke mit 15 Feuerwehrleuten konstant halten", berichtet Heinrich Westerhoff. "Wunderschön wären natürlich 20. Aber Feuerwehr ist kein Wunschkonzert. Niep hat eine große Fläche mit relativ wenigen Einwohnern."

(RP)
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