Neukirchen-Vluynerin will Seniorenwünsche erfüllen

Wunschzettel-Aktion : Vluynerin will Seniorenwünsche erfüllen

Melanie Kiesendahl hat eine Wunschbaum-Aktion für bedürftige alte Menschen angeregt. Das Stadtmarketing unterstützt sie.

Dem Engagement von Melanie Kiesendahl ist es zu verdanken, dass Neukirchen-Vluyn erstmals einen Seniorenwunschbaum vor Weihnachten erhält. Der zwei Meter hohe Tannenbaum mit Wünschen bedürftiger Senioren wird im Eingangsbereich des Kulturcafés am Von-der-Leyen-Platz stehen. Wer will, kann einen der Zettel pflücken und einen Wunsch erfüllen. Schon Anfang des Jahres hatte sich Kiesendahl mit der Idee an die Stadt gewandt. Im vergangenen Jahr hatte es einen Seniorenwunschbaum in Moers gegeben. „Was Moers kann...“, dachte sich die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Das Stadtmarketing sagte seine Unterstützung zu. So kam es, dass die Beteiligten nun vor die Presse treten konnten.

Die Neukirchen-Vluynerin arbeitet im Besuchsdienst für gesetzlich betreute Menschen, darunter etliche Senioren. „Altersarmut ist kein neues Thema. Es gibt viele alte Menschen, die allein leben, ohne Angehörige, mit kleiner Rente“, sagte Kiesendahl am Montag. „An sie sollte man denken, nicht nur Weihnachten.“ Ihre Wünsche können bedürftige Senioren – auch anonym – auf einen der Wunschzettel schreiben, die bei Schreibwaren Teschner und beim Juwelier Hubben ausliegen werden. Auch Nachbarn, Freunde und Bekannte von Senioren dürfen Zettel ausfüllen. Jeder Zettel ist mit einem nummerierten Kontrollabschnitt versehen, der bei der Abholung am 20. Dezember im DRK-Haus am Leineweberplatz vorgezeigt werden muss. „Ich hole die Zettel bei Teschner und Hubben ab und hänge sie an den Baum“, sagte Kiesendahl. Die Geschenke sollten ebenfalls bei Teschner oder Hubben abgegeben werden. Ihr Wert sollte sich bei 20 Euro bewegen. Natürlich sei es auch möglich, dass jemand sich ein „Zeitgeschenk“ wünscht – zum Beispiel jemanden, der ihn besucht oder bei einem Spaziergang begleitet. Oder dass jemand gerne einen Teller selbst gebackener Plätzchen hätte. „Ich lass mich da einfach überraschen.“

150 Wunschkarten hat Melanie Kiesendahl mithilfe der Stadt drucken lassen. Jede ist mit einem selbst entworfenen Logo, einem stilisierten Weihnachsbaum, versehen. Wird der Seniorenwunschbaum gut angenommen, soll die Aktion im nächsten Jahr wiederholt werden: „Das soll eine Sache sein, die bleibt.“

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