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Neukirchen-Vluyner Tafel nimmt Arbeit nach Corona-Pause wieder auf.

Lebensmittelausgabe : Tafel geht auf Abstand – und arbeitet wieder

Die Lebensmittelausgabe in Neukirchen-Vluyn trifft Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter.

Die Pause bei der Tafel Neukirchen-Vluyn ist rechtzeitig vor Ostern zu Ende. Wie geplant hat die Lebensmittelausgabe an der Hans-Böckler-Straße hinterm Rathaus am Montag die Arbeit wieder aufgenommen. Vor drei Wochen war sie aus Rücksicht auf die Mitarbeiter vorläufig eingestellt worden. Einige Helfer hatten Bedenken angemeldet, denn zu ihrem Kreis gehören Senioren, die bei eine Corona-Infektion besonders gefährdet wären. „Fast alle sind jetzt wieder dabei“, freute sich am Montag die Tafel-Vorsitzende Manuela Lenz. Nur drei Helfer und Helferinnen, die über 70 oder 80 Jahre alt sind, bleiben den Lebensmittelausgaben jetzt fern. „Die Öffnung vor Ostern ist wichtig“, sagte Lenz. Die Neukirchen-Vluyner Tafel versorgt mehr als 700 Menschen, darunter viele Familien. „In den Familien brennt es“, schilderte Lenz die Lage. „Die Kinder sind die Leidtragenden, an sie denkt niemand.“

Eine Versammlung ging der Wiederaufnahme der Tafel-Arbeit voran. Die Mitarbeitenden sprachen sich für den Neustart aus. Erst recht, als eine Mitarbeiterin, Heike Faasen, ankündigte, dass sie für jeden und jede zwei selbstgenähte Mund-Nase-Masken mitbringen würde. Durch die Masken geschützt, sortierte am Montag das Tafel-Team die Lebensmittel für die Ausgabe – Brot, Milch, Fleisch, Konserven und vieles mehr. Auch hart gekochte Eier sowie Eigelb in Tetrapaks gehörte dazu. „Die bekommen wir von einer Spedition, die Restaurants beliefert“, sagte Lenz. Weil viele Restaurants derzeit, wenn überhaupt, auf Sparflamme arbeiten, bekommt die Tafel besonders viele Spenden aus der Gastronomie.

Die Tafel-Kunden müssen sich auf ein neues Prozedere bei der Ausgabe einstellen. Anders als sonst dürfen sie die Räume nicht betreten. Sie müssen untereinander Abstand wahren, und „bedient“ werden sie aus sicherer Entfernung über eine „Rollbahn“ aus zusammengestellten Tischen. Darauf schieben die Mitabteiter die Lebensmittel-Tüten in Körben zu den Empfängern. Ewald Lenz, Ehemann der Vereinsvorsitzenden, hat sich die Konstruktion ausgedacht.

Mit der Wiederaufnahme der Lebensmittelausgabe ist der „Gabenzaun“ am Tafel-Gelände vorerst Geschichte. Die Neukirchen-Vluynerin Britta Klammt hatte ihn Anfang April, wie berichtet, ins Leben gerufen. Spender konnten Lebensmittel und andere Dinge für Bedürftige an dem Zaun zur Abholung deponieren. Es war von Anfang an ein Projekt auf Zeit, gedacht dazu, die „tafellose“ Zeit zu überbrücken. Britta Klammt zeigte sich am Montag hoch zufrieden und begeistert von der Hilfsbereitschaft vieler Menschen. „Es war eine bewegende Woche für mich“, sagte sie. „Es war überwältigend.“

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