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Neukirchen-Vluyner Dorfgarten ist startklar für die Saison

Bürgerschaftliches Engagement : Dorfgarten ist startklar für die Saison

Der Neukirchener Garten an der Hochstraße, Höhe Rossmann, ist nach der Winterpause in Schuss gebracht worden. Die Akteure machten die Beete bereit für die Jungpflanzen, die demnächst gepflanzt werden.

Stolz hält Ben eine Pflanze hoch. „Ein richtig dicker Oschi“, meint der Enkel von Heide Schmitt. Der Kennerblick sagt: Unkraut und ein Fall für die Tonne. Frühjahrsputz ist im Neukirchener Dorfgarten angesagt. Die Paten der Beete haben sich mit Arbeitsgeräten bewaffnet, Interessierte kommen hinzu und packen mit an. „Wir machen klar Schiff“, sagt Thorsten Rogsch vom Stadtmarketing, der mit der Familie im Ehrenamt anpackt. Eigentlich sollten an diesem Wochenende bereits Jungpflanzen gesetzt werden. „Damit warten wir wegen möglicher Nachtfröste bis April. Das haben uns die Experten geraten“, so Rogsch. Die Rede ist von Tomaten, Gemüse und Kräutern. Einiges wird auch an Blumen ausgesät. So wird der Tisch für die Insekten gedeckt. Bienenweide lautet der Fachbegriff.

Rogsch macht einen Rückblick auf das letzte Jahr. „Wir haben sechs Patenschaften vergeben. Die Paten kümmern sich um ihr Beet, gucken nach Unkraut und gießen. Dazu gibt es einen Gießplan“, so Rogsch. Zur Zeit macht sich bereits die Pfefferminze breit und duftet, wie Marion May-Hacker feststellt. Tulpen wachsen schon. Erdbeerpflanzen haben den Winter unbeschadet überstanden „Wir haben Anwohner, die regelmäßig in den Dorfgarten kommen, um sich Kräuter zu holen. Dafür ist er schließlich da“, so Marion May-Hacker.

Vor Jahren stand auf dem Eckgrundstück noch ein unbewohntes Haus, das die Dorfmasche mit gestrickten Blumen verschönerte und mit der Aktion einen Preis einheimste. Nach dem Abriss sollte das nun freie städtische Grundstück sich nicht selbst überlassen bleiben, so die Idee in der Verwaltung. Die Anlage eines mobilen Gartens aus Hochbetten mit Hilfe von Paletten war geboren. Garten- und Landschaftsbauer Markus Schlothmann sorgte für die fachliche Beratung. Hinzu kamen Sitzbänke. Das Jugendheim P23 im Ortsteil Vluyn packte beim Bau des sogenannten Nachhaltigkeitsmobils kräftig an. Das Gefährt ist für verschiedene Zwecke nutzbar.

„Die Resonanz auf den Dorfgarten war anfangs gemischt“, erinnert sich Thorsten Rogsch. Mancher kritisierte das Projekt aus recyceltem Material, das über die Wirtschaftsförderin Ulrike Reichelt initiiert wurde. Andere freuten sich, dass daraus ein mobiler Garten in Greifhöhe entstanden war, der sich immer wieder verändern kann. Rogsch: „Wir werden die Hochbeete neu aufstellen. Das Holz bekommt einen Anstrich.“ Der hintere Gartenbereich wird Lagerfläche für Baumaterialien, die für die Umgestaltung des Denkmalplatzes zwischengelagert werden.

Heide Schmitt ist eine begeisterte Hochbeet-Patin. „Der letzte heiße Sommer war anstrengend. Wasser in Flaschen und Kanistern habe ich auf mein Fahrrad gepackt, um zu gießen“, erzählt sie. Die Patin hat dabei alle Beete mit Wasser versorgt. „Wir sind eine schöne Gemeinschaft“, stellt sie fest.

Mittlerweile wurde vor Ort ein Wassertank als Zapfstelle installiert. In einem Schrank können Gartenutensilien und Gießkannen verstaut werden. Der Dorfgarten ist vor mutwilliger Zerstörung weitgehend verschont geblieben. „Zwar wurden Pflanzen rausgerissen. Aber alles hielt sich in Grenzen“, so Heide Schmitt.