Karneval in Neukirchen-Vluyn „Wir sind eine große Familie“

Neukirchen-Vluyn · Die Präsidenten der Blau-Weißen Funken und der Vlü-Ka-Ge präsentieren erstmals gemeinsam das Hoppeditzerwachen auf dem Vluner Platz. Der aus dem Tiefschlaf erwachte Hoppeditz wurde von den Jecken begeistert begrüßt. Worüber er sich sich nach zwei Jahren wunderte.

 Der Hoppeditz (Jörg Viswat) mit Dirk Halfmann (Blau-Weiße Funken) und Jörg Thiem (Vlü-Ka-Ge).

Der Hoppeditz (Jörg Viswat) mit Dirk Halfmann (Blau-Weiße Funken) und Jörg Thiem (Vlü-Ka-Ge).

Foto: Norbert Prümen

Dicht gedrängt standen die Karnevalisten auf dem sonnenverwöhnten Vluyner Platz. Die Neukirchner-Vluyner Gesellschaften hatten zum Hoppeditzerwachen ebenfalls die befreundeten Vereine eingeladen. Für erste Gänsehaut sorgte der Einzug des Trommlercorps der Vlü-Ka-Ge. Die Präsidenten beider Gesellschaft, das sind Dirk Halfmann von den Blau-Weißen Funken und Jörg Thiem von der Vlü-Ka-Ge, standen dann buchstäblich in der Sonne. Erstmals eröffneten sie gemeinsam die fünfte Jahreszeit auf der Bühne. Die Session kann kommen, so ihre Botschaft.

Entsprechend den Farben der Gesellschaften, schmückten Luftballons den Bühnenaufbau. „Wir haben gemeinsam lange daraufhin gearbeitet“, sagten Jörg Thiem und Dirk Halfmann. Die Politik und auch Bürgermeister Köpke hätten daran großen Anteil, sich im Außenkarneval gemeinsam zu unterstützen. „Für die Kinder und die Bevölkerung“, so die Präsidenten. Wohin der Zug der Jecken fährt, signalisierte die Haus- und Hofsängerin der Jecken, Angelika Siegel. Das neue Lied wurde zugleich als Sahnehäubchen empfunden, nach zwei Jahren Pandemiegeschehen mittig platziert. „Wir sind eine große Familie. Wir gehören zusammen“, stimmte sie an. Dem eingängigen Sound folgte begeistert das Publikum.

Bereits Wochen zuvor hatten beide Gesellschaften erklärt, dass sie erstmals gemeinsam den Karnevalszug ausrichten. Nun folgte die Sessionseröffnung, bei der Vereinsvertreter beider Vereine den schlafenden Hoppeditz auf die Bühne trugen. Und der tat sich in seiner Aufwachphase nach so langer Pause schwer. „Er zuckt schon“, freute sich Jörg Thiem. Das Publikum schickte einen entsprechenden Weckruf auf die Bühne. Zwei Pandemiejahre lang hatte er geschlafen und wunderte sich über all die Veränderungen in der Welt und in Neukirchen-Vluyn. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine habe unsägliches Leid gebracht und die europäischen Demokratien vor große Herausforderungen gestellt. Ihr gemeinsames Handeln habe verhindert, dass ein Diktator die Welt spaltet. Auch Coronazeiten sprach Hoppeditz an. Sein Schlaf sei wenig erholsam gewesen. „Mein Frohsinn wurde erschüttert“, so Hoppeditz weiter. Um so mehr freute es ihn, dass nun vor Ort sich beide Karnevalsgesellschaften die Hände geben, um gemeinsam den karnevalistischen Virus zu pflegen.

An Veränderungen vor Ort erinnerte er, wie die Eröffnung der Zweifachturnhalle und der zentralen Fußballanlage. Unverändert sei nach Jahren die Lage am Schandturm am Vluyner Nordring. Der Stadt drohe ein Nothaushalt. Der Kiesabbau bleibe Thema. „Wir erleben keine rosigen Zeiten“, so Hoppeditz, der dennoch auf Zuversicht und Optimismus setzte.

Jörg Viswat war erneut in die Hoppeditz-Rolle geschlüpft. Im Anschluss präsentierten die Tanzgarden beider Vereine ihre neuen Tänze. Ein schöner erster Vorgeschmack auf die Session.

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