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Neukirchen-Vluyn: Wir4-mobil soll ÖPNV-Angebot ergänzen

Fahrzeuge kommen auf Abruf : Wir4-mobil soll ÖPNV-Angebot ergänzen

Neukirchen-Vluyn gehört zu den Preisträgern eines Landeswettbewerbs. Autos sollen auf Abruf Menschen von A nach B bringen. Der Start ist im Herbst geplant.

Post vom Düsseldorfer Verkehrsministerium flatterte ins Rathaus Neukirchen-Vluyn. Darin teilte das Ministerium mit, dass die Stadt zu den Siegern eines Landeswettbewerbs für innovative Modellvorhaben gehört. Konkret geht es um ein „On-demand-System“, das als Tür-zu-Tür-Angebot mit zunächst acht, später zwölf Autos Menschen im ländlichen Raum auf Abruf (on demand) von A nach B befördert. Mobilstationen sollen dabei als Verknüpfungspunkte dienen. Das Angebot soll in ein betriebliches Mobilitätsmanagement eingebunden werden.

In Städten wie Berlin und Bielefeld sind Fahrdienste auf Bestellung und Bezahlung per App schon im Einsatz, andere Städte setzen auf Kleinbusse, die auf Abruf erscheinen. Intelligente Apps bündeln die Zielorte für Fahrgäste, sorgen für mehr Mobilität bei weniger Verkehr. „Eine schnelle wie flexible Ergänzung zum ÖPNV mit einer Wartezeit bis zu 20 Minuten, aber keine Konkurrenz zu Bus und Bahn“, betont der Neukirchen-Vluyner Klimaschutzmanager Stephan Baur.

Neukirchen-Vluyn arbeitet bei dem Projekt zusammen mit den Wir4-Partnern Moers, Kamp-Lintfort und Rheinberg. „Uns war schnell klar, dass wir bei der Ausschreibung des Landeswettbewerbs im kommunalen Verbund wesentlich weiter kommen, als mit einer Einzelbewerbung“, sagt Bürgermeister Harald Lenßen. „Die bessere ländliche Verknüpfung im vergrößerten Radius ist doch das, was uns nach vorne bringt. „Was nützt dem Nieper eine Fahrt nach Moers, wenn er nicht zurückkommt?“

Mit Klimaschutzmanager Stephan Baur nahm die interkommunale arbeitende Arbeitsgruppe das Konzept „Wir4-mobil“ in Angriff, das Nischen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) besetzt. Dazu Verkehrsminister Hendrik Wüst im Begleitschreiben: „Gerade im ländlichen und suburbanen Raum muss das Angebot im ÖPNV besser werden, damit Pendler vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen können. Deshalb unterstützen wir die Kommunen bei der Entwicklung von innovativen Mobilitätskonzepten.“

Ab Herbst soll der Wir4-mobil-Fuhrpark auf Achse sein, so die Zeitplanung. Zunächst müsse das Konzept aber für den Förderantrag bis zum 1. April konkretisiert werden, sagt Baur. Die Stadt erwartet eine 75-prozentige Förderung durch das Land. „Ohne Förderung wäre für uns ein solches System nicht darstellbar“, so Lenßen. „Wir freuen uns, weil dieses Projekt für unsere ländlichen Region so wichtig ist und für einen richtigen Schub im ÖPNV sorgen wird. Wir wollen weg vom Pkw-Individualverkehr. Gleichzeitig passt das Ganze zu unserem Mobilitätskonzept. Dazu brauchen wir die Niag als Partner.“

Die Niag ist bereit, beim Thema Mobilität am linken Niederrhein neue Wege zu gehen. „Wir freuen uns, dass unsere Region dabei. Der richtige Schritt in Richtung Ergänzung des ÖPNV“, sagt dazu Niag-Chef Peter Giesen.