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Neukirchen-Vluyn: Weihnachtsbaum soll wieder Seniorenwünsche erfüllen

Aktion in Neukirchen-Vluyn : Weihnachtsbaum soll wieder Seniorenwünsche erfüllen

Zum zweiten Mal findet die Aktion Seniorenwunschbaum in Neukirchen-Vluyn statt. Mitte November wird der Tannenbaum im Foyer des Kuca stehen.

Der Seniorenwunschbaum geht in Neukirchen-Vluyn in die zweite Runde. Allerdings unter anderen Bedingungen, als bei der Premiere, wie die Initiatorin Melanie Kiesendahl erzählt. 126 verpackte Geschenke konnte sie im letzten Jahr überreichen. Die Moerser Geschenke-Aktion war ihr Vorbild. „Die Resonanz war groß. Für dieses Jahr wünsche ich mir mehr Teilnehmende aus Altenheimen und Privathaushalten“, sagt die 32-Jährige. Corona verlangt eine kontaktarme Version. „Wir werden die jeweilige Seniorenheime anfahren und die Geschenke abgeben. Gleichzeitig werde ich am Ausgabetag vor dem Fest in der Vluyner Kulturhalle, im Garderobenbereich, sitzen“, beschreibt sie das Verfahren.

Angeschrieben hat sie die Einrichtungen wie auch die Tafel und über die Aktion informiert. Als zentrale Anlaufstelle hat sie erneut Schreibwaren Teschner in Neukirchen gewinnen können, wo blanko Karten ausliegen, auf die Wünsche im Wert von bis zu 20 Euro geschrieben werden. Ausgefüllte Karten werden dann in eine Box geworfen. Im Foyer des Kuca hängt sie diese Karten ohne Adressangaben an den geschmückten Tannenbaum. Gäste können sie dann abnehmen und die verpackten Geschenke bei Teschner abgegeben.

„Ich weiß, dass es wieder eine Hemmschwelle geben wird. Das ist aber völlig unbegründet. Im Gegenteil“, sagt Melanie Kiesendahl. Oft sei es für andere eine Herzensangelegenheit, ein kleines Geschenk weihnachtlich verpackt zum Fest für eine unbekannte Person auf den Weg zu bringen. Das Gefühl, dass man nicht vergessen wurde, sei in Coronazeiten für die Beschenkten sehr wichtig.

Bescheiden seien die Wünsche im letzten Jahr gewesen. „Jemand wünschte sich eine Körperlotion, eine besondere Süßigkeit, Kuschelsocken oder einen Einkaufsgutschein. Wir haben auch eine Modeschmuckkette auf dem Wunschzettel gehabt und ein Armband. Das sind alles Dinge, die für die Beschenkten mit Erinnerung an ihr früheres Leben verknüpft sind und die sie sich heute nicht leisten können“, so Melanie Kiesendahl. „Ich wünsche mir, dass alle Karten ausgefüllt werden.“

Oft seien Menschen zum Fest alleine, weil Angehörige fehlen oder weit entfernt leben. Dazu gehörten im letzten Jahr auch Zeitgeschenke wie ein Spaziergang und ein Plausch bei Kaffee und Kuchen. „Die Coronazeiten schreiben uns einen anderen Weg vor. Aber auch in diesen kritischen Zeiten werden Wünsche wahr.“ Von ihrem Team spricht sie gerne. Doch das Team ist sie ganz alleine. „Ja, ich bin das Eine-Frau-Unternehmen. Ich setze meine ganze Kraft darein, damit alleinlebende Senioren oder Menschen mit schmalem Geldbeutel sich zum Fest über ein Geschenk freuen können.“

Wer Melanie Kiesendahl unterstützen möchte, erreicht sie per Mail unter kiesendahl@seniorenwunschbaum.de.

(Sabi)