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Neukirchen-Vluyn: Verwaltung prüft Umsetzung eines Kreisverkehrs

Politik in Neukirchen-Vluyn : Umsetzung des Kreisverkehrs wird geprüft

Im August hatte die CDU die Planung eines Kreisverkehrs im Kreuzungsbereich Niederrheinallee/Andreas-Bräm-Straße/Krefelder Straße auf den Tisch gebracht. In der vergangenen Ratssitzung wurde das und viele weitere Themen diskutiert.

Der Stadtentwicklungsausschuss hatte Anfang September einen Antrag der CDU-Fraktion diskutiert, die Stadt solle mehrere unbebaute Flächen erwerben, um eine „strategisch ausgerichtete Bodenpolitik auch für Gewerbeflächen betreiben“ zu können. Die Mitglieder nannten ergänzend die Brachfläche an der Kreuzung von Andreas-Bräm-Straße und Niederrheinallee als mögliches Areal, das im Antrag der CDU nicht aufgeführt war. Dadurch sei es denkbar, diese Kreuzung durch einen Kreisverkehr zu ersetzen. So empfahl der Stadtentwicklungsausschuss dem Rat, die Verwaltung zu beauftragen, Verhandlungen zum Erwerb dieser unbebauten Fläche aufzunehmen. Außerdem empfahl er, prüfen zu lassen, ob sich ein Kreisverkehr umsetzen ließe. Der Rat stimmte dem Vorschlag in der vergangenen Sitzung einstimmig zu. Für diese Straßen ist der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig, der innerstädtisch bislang nur wenige Ampelanlagen durch Kreisverkehre ersetzte. Das hängt mit den großen Radien zusammen, die für Kreisverkehre vorgeschrieben sind.

Sportstätte für das Parcouring kommt nicht

Auch das Thema Sportstätte für das Parcouring war Thema bei der Ratssitzung. Zum Hintergrund: Eine Buckelpiste für BMX-Räder soll im Frühjahr 2021 in Kamp-Lintfort entstehen (unsere Redaktion berichtete). Voraussichtlich wird sie zu 100 Prozent vom Land bezahlt. Das Land hat in der Pandemie ein „Sonderförderprogramm zur Förderung der Sportinfrastruktur“ aufgelegt. Dahinter steckt ein doppelter Gedanken: Zum einen will das Land Kindern und Jugendlichen neue Spielangebote für Draußen anbieten, weil dort die Infektionsgefahr besonders niedrig ist. Zum anderen will es Unternehmen im Landschaftsbau unterstützen.

Auch Neukirchen-Vluyn wollte auf diesen Zug aufspringen, der jedoch am 16. Oktober vor der Abfahrt stand. Bis dahin hätte die Stadt ihr Gepäck – sprich eine ausführliche Projektbeschreibung mit Kosten – bereitzustellen gehabt, um mit einem Projekt beim Sonderförderprogramm dabei zu sein. Die CDU hatte unter anderem ein Kleinspielfeld oder eine Anlage für das Parcouring vorgeschlagen, also eine Anlage mit Hindernissen, etwa Mauern, die von den Sportlern zu überwinden sind. Um eine 90-Prozent-Förderung zu erhalten muss der Termin 15. Januar 2021 eingehalten werden. Sozialdemokrat Rolf Heber fragte im Stadtrat nach, ob die Einhaltung der Termine machbar wäre. Ulrich Geilmann verneinte: „Wir haben keine passende Maßnahme, die wir anwenden können“, erläuterte der Technische Beigeordnete.

Projekt Schwarmfinanzierung geht in die nächste Phase

Die Charity-Aktion „Bewegen hilft“ erinnert an ein „Crowdfunding“, wie die Schwarmfinanzierung auf Englisch heißt. Guido Lohmann, Vorstand der Volksbank am Niederrhein, sammelt seit 2013 mit sportlichen Aktionen Geld ein. Dieses lässt er anschließend Vereinen oder Institutionen zukommen, die sich vor allem für Kinder und Benachteiligte einsetzen. Im Unterschied zu der Charity-Aktion „Bewegen hilft“ ist das soziale, kulturelle oder nachhaltige Crowdfunding nicht ein Projekt für die Wochen am Ende der Sommerferien, sondern für das ganze Jahr. Dazu kommt die Schwarmfinanzierung für Jungunternehmer mit ihren Start-Ups. Der Rat beauftragte im Juni die Verwaltung, eine kommunale Crowdfunding- Plattform einzurichten.

Im Stadtrat stellte die Verwaltung jetzt drei Möglichkeiten vor, den Zahlungsverkehr beim Crowdfunding abzuwickeln. Ein externes Unternehmen könne die Aufgabe übernehmen, ein kommunales, wie Niag oder Enni, oder ein Geldinstitut aus der Region, zum Beispiel die Sparkasse am Niederrhein oder die Volksbank Niederrhein. Der Rat beschloss einstimmig, die Verwaltung solle zunächst mit Sparkasse und Volksbank sprechen.

Projekt Smart City

Einen Arbeitskreis Digitalisierung gibt es bereits in Neukirchen-Vluyn. Jetzt will die Stadt eine Smart City werden. Deshalb will sie beim Bundesprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ dabei sein. Bei diesem stehen keine punktuelle Einzelmaßnahmen der Digitalisierung im Mittelpunkt, sondern eine umfangreiche Strategie. Die Stadt will bei dem Projekt mit der Universität Duisburg/Essen zusammenarbeiten, insbesondere mit Professor Dr. Frederik Ahlemann vom Lehrstuhl für strategisches IT-Management. Dieser Lehrstuhl will die Stadt bis zum Februar zu vier Workshops einladen. Teilnehmer sollen unter anderem Wissen über Smart Cities vermittelt bekommen und ihre Ideen einbringen können. Wenn die Stadt ins Bundesprogramm aufgenommen wird, erhält sie 90 Prozent der Projektkosten vom Bund ersetzt.