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Neukirchen-Vluyn: Sirenenalarm ruft zur Spendenaktion auf

Neukirchen-Vluyner helfen den Flutopfern : Sirenenalarm ruft zur Spendenaktion auf

In Neukirchen-Vluyn sammelt die Feuerwehr für Kameraden und Kameradinnen im Katastrophengebiet. Rund 22.000 Euro kamen zusammen.

Punkt 18 Uhr sorgen die Sirenen an allen vier Standorten der Freiwilligen Feuerwehr am Freitag für Aufmerksamkeit. Die Kameraden starten ihre Hilfsaktion für die Hochwasseropfer. Zehn Orte, von Feuerwehrgerätehäusern über Edeka bis Vluyner Platz, sind Teil einer großen Spendenaktion. Die Feuerwehr bittet um Spenden für Kollegen in den betroffenen Gebieten. Eher Scheine als Münzen werden in die Spendendosen gesteckt. Kinder haben ihre Spardosen geplündert oder Taschengeld gespendet.

Am Neukirchener Edeka-Standort steht Feuerwehrmann Daniel Macholz mit seinen Kameraden. „Die Leute gehen erst einkaufen, laden ihre Sachen ein, bringen den Einkaufswagen zurück und kommen dann zu uns“, beschreibt er seine Beobachtung. „Wir erleben immer wieder, wie stark die Betroffenheit ist, wie spontan gespendet wird“, sagt er. So erzählt jemand, der gerade aus dem Katastrophengebiet zurück gekommen ist, über die dortigen Verhältnisse, zeigt Bilder. „Das sind Tragödien, die sich dort abspielen“, so der Spender. „Hinzu kommt die steigende Kriminalität, wenn in der Dunkelheit in die Häuser eingebrochen wird. Diebe kommen von außerhalb. Vor Ort haben sich deshalb Bürgerwehren gebildet.“ Für den zweieinhalbjährigen Aras ist das parkende Feuerwehrauto faszinierend. Bevor er allerdings reinklettert, steckt er noch schnell Kleingeld in die Spendendose. Szenen dieser Art erleben die Kameraden auch an der Tersteegenstraße. „Ist das die Dose?“, fragt eine Frau, die nur kurz mit dem Auto hält, um ihre Spende abzuwerfen. Klaus Kutsch, Löschgruppenführer in Neukirchen, setzt auf die 10.000 Euro-Marke. „Das wäre Wahnsinn“, erklärt er. Sein Optimismus ist nicht unbegründet, denn in Rayen hat jemand am Feuerwehrgerätehaus einen vierstelligen Betrag abgegeben. Schon am Freitag Morgen ist die Ehrenabteilung auf den Wochenmärkten unterwegs. „Nach der ersten Zählung haben wir 18.643 Euro“, so Feuerwehrchef Lutz Reimann am Freitag Abend. Am Samstag postieren sich die Kameraden am Raiffeisenmarkt Niep und auf dem Neukirchener Wochenmarkt. Am Abend ist die 22.000 Euro-Marke geknackt. „Ein toller Erfolg. Wir sammeln nochmals auf dem Feierabendmarkt. Von uns kommt dann ein vierstelliger Betrag hinzu“, so Reimann. Er freut sich über die Unterstützung. „Viele der Kameraden sind dort selber betroffen, bleiben aber weiterhin im Dauereinsatz für andere.“ Erste Sachspenden wie Feuerwehrhelme, Stiefel sowie andere Gerätschaften, die durch Neuanschaffungen doppelt vorhanden sind, wurden bereits weitergegeben. Im Vorfeld hat Reimann ebenfalls beim Innenministerium die Drehleiter, Baujahr 2001, gemeldet. Sie soll leihweise nach Erftstadt, so die Rückmeldung. Noch am Freitag wird sie abgeholt. „Das Fahrzeug bleibt im Besitz der Stadt Neukirchen-Vluyn, wird umgemeldet und vermutlich zwei Jahre in Erftstadt im Einsatz bleiben“, so Reimann. „Denn Feuerwehreinsätze gibt es weiterhin bei uns, zuletzt beim Entsorger Remondis“, sagt Alexander Kern, Leiter der hauptamtlichen Feuerwehrwache in Erftstadt.

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Mit seinem Sohn Florian holt er das Hubrettungsfahrzeug ab. Anstrengung, Anspannung, aber auch Dankbarkeit sind spürbar. „Ich bin seit Beginn der Katastrophe im Einsatz. Die Abholung der Drehleiter ist mein letzter Einsatz, bevor ich eine 48-stündige Pause mache.“