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Neukirchen-Vluyn: Kaffeetafel auf dem Gipfel der Halde Norddeutschland

Nachbarschaftstag in Neukirchen-Vluyn : Kaffeetafel auf dem Gipfel der Halde

Reges Interesse herrschte an den Stationen des Nachbarschaftstags in Neukirchen-Vluyn. Am Abend wurde im Missionshof gefeiert.

Sich begegnen, miteinander feiern, füreinander da sein – das ist die Idee des Europäischen Nachbarschaftstages. In Neukirchen-Vluyn gehen Menschen seit sechs Jahren auf Entdeckungsreise in ihrer Nachbarschaft. – am Samstag an sechs Stationen. Los ging es am Vormittag in der Altenheimat Vluyn. Gemeinsam mit dem Treff 55 wurde dort zum ganzheitlichen Fitnessprogramm eingeladen. Während im Foyer Sprachspiele und Rätsel gelöst wurden, um Gedächtnis und Konzentration zu trainieren, gab es im Bewegungsraum im Untergeschoss Gymnastik. Unter der Anleitung von Weronika Schulz und Amelie Brings wurden die Senioren aktiv: Übungen mit Bällen und Thera-Bändern, Greifen, Strecken, Dehnen – jeder versuchte so gut er kann mitzumachen. „Ziel ist es, die Koordination und die Kondition zu verbessern. Und damit so lange wie möglich die Mobilität zu erhalten“, erklärte Amelie Brings. Viele Bewohner des Altenheims sind regelmäßig mit Freude dabei, und am Nachbarschaftstag gesellten sich Angehörige und Nachbarinnen hinzu. Gemüsesäfte und frisches Obst rundeten das Angebot ab.

Eine weitere Station war das Demenz-Kompetenz-Zentrum im Naubaugebiet auf dem ehemaligen Niederberg-Geländet. „Wir haben eine gute Nachbarschaft hier“, erzählte Pflegedienstleiterin Luisa Keil. Highlight war die Führung zu den alten Stätten der Zeche Niederberg, wo ehemalige Bergleute von ihrer früheren Arbeit erzählten. Mit Liedern und Bildern wurde der Spaziergang in die Vergangenheit zu einem eindrucksvollen Erlebnis.

Auch im Matthias-Jorissen-Haus in Neukirchen wurden die Türen für die Nachbarschaft geöffnet und bei Kaffee und frischen Waffeln gemütlich geplauscht. Dass die Gruppe der Senioren eine Hauptrolle beim Nachbarschaftstag spielte, lag an der Einbettung in das Netzwerk „Wohnen und Leben im Alter“. Marion May-Hacker koordiniert diese Arbeit bei der Stadt. Ein Ziel des Tages sei es, Nachbarschaften zu motivieren, ihre eigenen Feste zu gestalten, sagte May-Hacker. Jung und Alt sollen zusammenkommen. Beim „Flohmarkt und Spiel für Groß und Klein“ bei der Christus-Gemeinde und der Neukirchener Mission auf der Gartenstraße gelang das schon sehr gut.

Die Heimat- und Verkehrsvereine beider Ortsteile freuten sich ebenso über Interesse an einem nicht alltäglichen Kaffeeklatsch. Der fand auf dem höchsten Punkt weit und breit statt: Im Hallenhaus auf der Halde Norddeutschland standen Tische, an denen Gäste bei Sonnenschein, Wind und Kuchen die spektakuläre Aussicht genossen. „Wir freuen uns, dass es nach sechs Jahren endlich mal wieder geklappt hat“, freute sich Thomas Timpe, stellvertretender Vorsitzender des HVV Neukirchen. Wer nicht Treppensteigen oder wandern wollte oder konnte, wurde mit Trecker und Planwagen auf den Berg gefahren. Eine Gelegenheit, für die Regina Hoppmann eigens aus Hamburg anreiste, um mit ihrer Mutter Edith (85) einmal die alte Heimat Rheinhausen-Bergheim von oben zu sehen. Tanja und Christian Mölders sind ebenfalls sehr heimatverbunden. Für ihre Jungs Jakob (8) und Simon (4) war es ein besonderes Abenteuer, auf dem Trecker nach oben zu tuckern.

Am Abend trafen sich alle wieder im Dorfkern von Neukirchen. Die „Missionshoffete“ gibt es schon länger, seit drei Jahren wird sie mit dem Nachbarschaftstag verbunden. Der lauschige Innenhof war gut gefüllt, und die Damen der „Dorfmasche“ hatten sich kurzerhand eine Bierbank für ihr eigenes Nachbarschaftspicknick reserviert. Bei kühlem Bier und rockigen Klängen der Cover-Band „Chilli Con Cover“ klang der Sommertag entspannt aus.