Neukirchen-Vluyn: Investoren interessiert an ehemaliger Zeche Niederberg.

Politik in Neukirchen-Vluyn : Investoren interessiert an Niederberg-Projekt

Verwaltung berichtet im Stadtentwicklungsausschuss. Die neue Stellplatzsatzung und das Dorf Neukirchen waren weitere Themen.

Noch liegt es still da – das Gelände der ehemaligen Zeche Niederberg mit den unter Denkmalschutz stehenden Betriebsgebäuden („Backstein-Dreiklang“) und den Fördertürmen. Doch hinter den Kulissen scheint es ein großes Interesse von Investoren an dem Grundstück zu geben. Diesen Eindruck vermittelte die Verwaltung im Stadtentwicklungsausschuss am Mittwochabend. Auf der Grundlage des gemeinsam mit der Politik erarbeiteten Exposés voller Nutzungsideen würden derzeit viel versprechende Gespräche geführt.

Möglicherweise werde es mehrere Investoren geben. Möglicherweise plant einer der Geldgeber ein Hotel. Es bestünden gute Chancen, dass man schon bald konkreter werden könne, hieß es. Die Politik gab eine Frage der der Bürgerschaft weiter: Wann kann die Verbindungsstraße auf dem Niederberggelände endlich genutzt werden? Der Beigeordnete Ulrich Geilmann verwies auf eine Rückmeldung der RAG MI: „Der bislang angekündigte Termin im April kann demnach gehalten werden.“

Stellplatzsatzung Einstimmig verabschiedet wurde die neue Stellplatzsatzung. Sie sieht vor, dass pro Einfamilienhaus zwei Stellplätze gebaut werden müssen. Bei Mehrfamilienhäuser sind pro Wohneinheit 1,5 Stellplätze Pflicht. Ob Laden, Kneipe oder Verbrauchermarkt – für alle Eigentümer gibt es Vorgaben.

Entwicklungskonzept Neukirchen Stadtplanerische Visionen werden derzeit in Neukirchen von harter Realität eingeholt. SPD-Fraktionsvize Richard Stanczyk berichtete von mindestens zwei heftigen Stürzen entlang der umstrittenen Abwasserrinne auf der frisch renovierten Hochstraße. Ähnliche Hinweise hatte es zuvor vom Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen gegeben: Etliche der Mitglieder seien auf der Hochstraße zu Fall gekommen. „Von solchen, versicherungstechnisch relevanten Vorfällen ist uns nichts bekannt“, sagte Dezernent Geilmann. Stanczyk wollte ihm die Namen der Betroffenen im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung nennen. Zweites Problem: Es stinkt aus dem Kanalsystem in Höhe der Apotheke. Dort scheint nach Auskunft von Geilmann ein Gegenstand im Abwasserkanal zu liegen, der den Abfluss des brackigen Wassers behindert. Mit Blick auf die künftig anstehenden Projekte in Neukirchen schob sich der Grafschafter Platz wieder in den Mittelpunkt der Diskussion. Zumindest für die SPD steht noch nicht fest, dass der Wochenmarkt an dieser Stelle bleibt.

Zentrale Sportanlage Aus der CDU kam der Vorschlag, entlang der künftigen, zentralen Sportplatzanlage auf eine Verbindung von Terstegenstraße zu Niederrheinallee zu verzichten. FDP-Mann Norbert Gebuhr platzte die Hutschnur: „Ihr grabt aber auch alles aus, um dieses Projekt zu verhindern.“

Regionalplan Ruhr Gelobt wurde die Stellungnahme der Verwaltung zum Regionalplan Ruhr. Geschimpft wurde aus allen Parteien auf einen ehemaligen Kommunalpolitiker, der in die Wirtschaft gewechselt ist. Hülskens-Geschäftsführer Christian Strunk, Ex-Bürgermeister in Xanten, hatte sich in einem Zeitungsinterview Neukirchen-Vluyn als Kies- und Sandabbaugebiet gewünscht. Dem erteilte Richard Stanczyk eine Abfuhr: „Wir lassen uns von niemandem gegen andere, benachbarte Städte ausspielen.“ Interessanter Randaspekt in der Stellungnahme: Dezernent Geilmann weist auf die Möglichkeit hin, dass über eine revitalisierte Niederbergbahn nicht nur Personen-, sondern auch Güterzüge rollen könnten – entsprechende Überlegungen fänden sich im Regionalplan Düsseldorf. Geilmann: „Wehret den Anfängen!“