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Neukirchen-Vluyn: Hilfe bei der Anmeldung zur Impfung

Neukirchen-Vluyn: Grüne fordern Stabsstelle : Hilfsangebote für Impfwillige

Der Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen hilft Mitgliedern bei der Anmeldung. Die Grünen fordern eine Stabsstelle, um Anfragen und Hilfsangebote zu steuern.

In der vergangenen Woche sind die Einladungsbriefe des Kreises Wesel an die betroffenen Mitbürger über 80 Jahre verschickt worden. „Zur Inanspruchnahme der von der Bundesregierung versprochenen Impfleistung türmen sich in der Praxis allerdings erhebliche Hindernisse auf, die dazu geeignet sind, die Betroffenen von der Wahrnehmung ihres Rechtes auf Impfung abzuhalten“, so Hartwig Müller, Pressereferent des Heimat- und Verkehrsvereins (HHV) Neukirchen. Der Vorstand des Vereins habe daher beschlossen, seinen Mitgliedern, die eine Einladung vom Kreis Wesel zur Impfung erhalten haben, Unterstützung zuteil werden zu lassen.

Alle Mitglieder, die in diese Altersklasse fallen, erhalten in den nächsten Tagen ein Hilfsangebot des Vereins: Sofern die Angeschriebenen es wünschen, wird ihnen der Verein bei der Registrierung im Impfzentrum und bei der Terminvereinbarung helfen. „Für die praktische Hilfe bei Anmeldung und Terminvereinbarung können die Betroffenen einfach Kontakt mit uns aufnehmen. Die Telefonnummern haben wir im Anschreiben angegeben, es gibt keine Warteschleife, schlimmstenfalls den Anrufbeantworter.“ Ein Rückruf würde erfolgen.

Die meisten Schwierigkeiten ergeben sich aus Sicht des HVV Neukirchen durch die abseitige Lage des Impfzentrums in Wesel. „Mit Hin- und Rückfahrt, und dem Aufenthalt vor Ort müssen mindestens drei Stunden eingeplant werden. Eine Zeitspanne, die bei vielen ältere Bürger eher Angst auslöst als Hoffnung.“ Für viele sei es auch aufgrund ihres Gesundheitszustandes überhaupt nicht möglich, diese Prozedere auf sich zu nehmen.

„Aufgrund dessen, weil Kontakte beschränkt werden sollen, weil es wegen der Terminvergabe schwerlich möglich sein wird, Fahrten sinnvoll zu bündeln und weil im Pkw das Abstandsgebot nicht eingehalten werden kann, haben wir nach intensiver Diskussion eine private Organisation eines Mitfahrdienstes nicht weiter verfolgt“, so Müller. Es müsse für die Impfung der Bürger eine Lösung vor Ort geben. Das sieht auch die Fraktion B90/Grüne so, die sich mit einem Schreiben an Bürgermeister Ralf Köpke richtet. Man halte es für dringend erforderlich, linksrheinisch zunächst ein zweites Impfzentrum einzurichten, heißt es darin. Weiterhin solle ein schneller Umstieg der Impfungen durch die Hausarztpraxen erfolgen. Städtische Turnhallen würden sich langfristig als kleinere Impfzentren vor Ort anbieten. „Für viele alte und/ oder mobilitätseingeschränkte Menschen ist das derzeitige Impfangebot in Wesel eine Zumutung“, so Ratsmitglied Karin Fetzer. Man fürchte, dass ein Teil dieser Personengruppe durch das Raster fällt und nicht geimpft werden könne.

„Die Verwaltung sollte jetzt aktiv werden, und Hilfsangebote, wie zum Beispiel eine Mitfahrerbörse, initiieren, in Zusammenarbeit mit den vor Ort ansässigen Vereinen, Verbänden und privaten Initiativen“, so die Grünen. „Sinnvoll wäre es, kurzfristig eine Stabsstelle einzurichten, um Anfragen und Hilfsangebote zu sondieren und zu steuern, um letztendlich allen Bürgern, die Teilnahme an der Impfung zu ermöglichen.“