Neukirchen-Vluyn hat jetzt eine Bücherei mit Wohlfühlcharakter

Gelungener Umbau : Eine Bücherei mit Wohlfühlcharakter

Nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen hat zu Jahresbeginn die Bücherei im Missionshof in Neukirchen-Vluyn ihre Türen geöffnet. Die Resonanz der Besucher auf die vorgenommenen Veränderungen ist positiv.

Diese Zahlen sprechen für sich. Am 2. und 3. Januar enterten Lesebegeisterte die Stadtbücherei Neukirchen-Vluyn. 1079 Medien kamen zurück, 808 wurden entliehen. 134 Nutzer besuchten die Stadtbücherei im Dorf Neukirchen. Entsprechend die Zahlen am nachfolgenden Dienstag: 1844 Rückgaben und 1166 Entleihen von insgesamt 182 Menschen.

Zufrieden ist Büchereileiterin Gisela Zwiemer-Busch über diesen Andrang. „Viele wollen nicht nur ihre Bücher zurückgeben, sondern auch wissen, was sich in der Bücherei verändert hat“, sagt die 58-Jährige. Und das ist einiges, nicht nur räumlich, sondern auch in den Abteilungen.

Mitte Oktober begann die Umgestaltung, die mit einer Modernisierung einher ging. „Wir haben die Aufstellung verändert, Sachbereiche von der oberen in die untere Etage verlegt. Im oberen Bereich ist jetzt die Jugendbuchabteilung untergebracht. Die Kinderbücher und Spiele sind jetzt unten, wo früher die Romane zu finden waren“, beschreibt die Büchereileiterin die Veränderungen. „Die Regale stehen an den Wänden und dienen nicht mehr als Raumteiler, die Regalböden sind komplett gefüllt. Wir haben dadurch mehr Raum gewonnen.“

Von großzügiger und luftiger Gestaltung sprechen die Besucher. Ein Erkundungsgang belegt die Eindrücke. „Wir legen Wert auf gute Aufenthaltsqualität, die wir weiterhin verbessern wollen. Gelobt wird bereits die Bewegungsfreiheit“, sagt die Leiterin, die mit ihrem sechsköpfigen Team bis zur Wiedereröffnung einiges an Arbeit gestemmt hat.

Nicht so sehr die Anzahl der Medien ist heute ein Kriterium. Rund 27.000 Einheiten inklusive CDs, DVDs und Computerspielen sind in Neukirchen vor Ort. Die Bücherei ist heute sowohl Treffpunkt als auch ein Selbst-Lernort. Dazu passt auch die Leseecke in mildem Grün mit Kaffeemaschine, Tageszeitungen und Zeitschriften. Auch Nutzer von E-Books und Tablets können sich dorthin zurückziehen.

Neu ist ein Multimediaraum, in dem die beliebten Kinoformate gezeigt werden. Der ehemalige Bürgerfunk-Raum ist zugleich auch ein Ort für verschiedene Veranstaltungen. Das Projektzimmer ist dort untergebracht. „Das heißt auch, dass sich bei uns die Dorfmasche trifft und sich auch bei uns kreative Anregungen holen kann“, sagt Zwiemer-Busch.

Neuerscheinungen und Bestseller finden sich in der Nähe der Ausgabe. Die Bibliothek der Dinge hat die Vitrine verlassen und wird in einem offenen Regalsystem unterhalb des Treppenaufgangs untergebracht. „So sind die verschiedenen Dinge mehr im Sichtfeld unserer Besucher.“ Beliebt ist beispielsweise die Karaoke-Box oder aber bei Kindern die Tonie-Boxen mit Figuren, die dank Technik in fantastische Welten entführen. Ganz nach Wunsch der Nutzer konnte die Barrierefreiheit umgesetzt werden. Das fängt mit der automatischen Türanlage an und endet beim neuen Aufzug. Das bekannte historische Türelement erfüllt heute dekorative Zwecke.

Demnächst können Nutzer sogar ihre Bücher selbständig verbuchen. Die Bücherei profitiert dabei von einem Landesprojekt, das auch an anderen Bibliothek-Standorten umgesetzt wird.

Weitergeführt werden in der Bücherei die Veranstaltungen wie Sommerleseclub, Basteleien und Mal-Angebote. „Manga-Zeichnen steht demnächst auf dem Programm“, so die Leiterin.