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Neukirchen-Vluyn: Grüne: Altbeton recyceln statt Kies abbauen

Diskussion um Abgrabungen am Niederrhein : Fetzer (Grüne): Altbeton recyceln statt Kies abbauen

Aussagen des Geschäftsführers von „Zukunft Niederrhein“, einer Initiative der Kiesindustrie, stoßen auf Kritik bei Grünen in Neukirchen-Vluyn und Rheinberg. Die Aussagen seien „perfide“ und ein „Ablenkungsmanöver“.

Die Diskussion um den Kies- und Sandabbau am Niederrhein geht weiter. Abgrabungen führten langfristig „zu einer dramatischen Veränderung der niederrheinischen Landschaft, Zerstörung von Flora und Fauna, Verlust von landwirtschaftlichen Flächen und der Verschlechterung der Trinkwasserqualität“, teilte Karin Fetzer, Ratsmitglied der Grünen in Neukirchen-Vluyn mit. Sie kritisierte Äußerungen von Sascha Kruchen, Geschäftsführer von „Zukunft Niederrhein“, einer Initiative von Unternehmen der Kiesindustrie. Kostenpflichtiger Inhalt Kruchen hatte bestritten, dass Abgrabungen von Kies und Sand sich auf das Klima auswirkten. Er hielt den Neukirchen-Vluyner Grünen vor, neue Windenergie-Anlagen zu fordern und gleichzeitig Abgrabungen abzulehnen. Dabei seien Sand und Kies für den Bau solcher Anlagen notwendig.

Fetzer bezeichnete die Äußerungen Kruchens als „perfide“. „Wenn der Rohstoff Kies so knapp und wichtig für die Bauindustrie ist, warum wird dann nicht darauf eingegangen, dass ca. 20 Prozent des am Niederrhein gewonnenen Kieses in die Niederlande exportiert wird?“ Ganz ohne Kies werde es nicht gehen, aber ein Umdenken sei notwendig: „Als Alternative zu Sand und Kies können im Straßenbau Betonabfälle verwendet werden, im Häuser- und Wohnungsbau sollte mehr auf nachwachsende Rohstoffe gesetzt werden.“ Viele Städte testeten bereits umweltfreundliche Kies-Alternativen aus Recyclingprodukten.

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Auch die Rheinberger Grünen-Fraktion brachte Kruchen gegen sich auf. Er hatte davor gewarnt, dass Eigenheime und andere Bauvorhaben teurer würden, wenn Kies- und Sandabbau knapp würden und Rohstoffpreise stiegen. Die sei ein „klassisches Ablenkungsmanöver“, so die Grünen aus dem Rheinberger Rat: „Einmal mehr wird versucht, Bauherren und Abbau-Anrainer gegeneinander aufzubringen.“ Die Fraktion wies auf einen massiven Widerstand gegen Kiesabbau von Städten ud Bürgerinitiativen hin: „Es geht der Bevölkerung nicht einmal um einen sofortigen Stopp des Kiesabbaus, aber um eine langfristige Strategie zur Reduzierung des Kiesabbaus im Sinne eines Kompromisses aus nachhaltiger Bedarfssicherung und Landschafts- /Trinkwasserschutz.“

(pogo)