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Neukirchen-Vluyn: Forstarbeiten führten zu Nachfragen bei der Stadt

Zechenwald Niederberg : Rodung in Abstimmung mit Forstbehörde

Die Forstarbeiten im Zechenwald führten zu zahlreichen Nachfragen bei der Stadt Neukrichen-Vluyn. 550 Bäume mussten wegen eines Pilzbefalls und weiteren Trockenschäden gefällt werden.

Wie berichtet hat vor kurzem die Rag Montan Immobilien AG – kurz Rag MI – in enger Abstimmung mit der Staatlichen Forstbehörde umfassende Rodungsarbeiten im Zechenwald Niederberg vorgenommen. Dabei wurden rund 550 Bäume entfernt.

Die durchgeführten Arbeiten haben viele Menschen irritiert und zu Nachfragen bei der Stadtverwaltung geführt. Aus Sicht der Stadt sei dabei anzumerken, dass die Forstarbeiten im Vorfeld durch die Rag MI, die alleinige Eigentümerin der Flächen ist, mit der fachlich dafür zuständigen Staatlichen Forstbehörde abgestimmt wurden. Die Fachbehörde hatte die Waldflächen dabei vorab im Rahmen eines Ortstermins beurteilt. Über die erforderlichen Rodungen wurde die Stadtverwaltung informiert. Wie die Vertreterin der Forstbehörde erläuterte, biete der Zechenwald aktuell ein hohes Maß an Naturverjüngung, so dass sogar auf Nachpflanzungen verzichtet werden kann.

Grund der beantragten Baumentnahmen war unter anderem der starke Befall mit dem sogenannten Rußrindenpilz. Hinzu traten offensichtlich Schäden durch die trockene Witterung der vergangenen Sommer. Der Pilzbefall stelle dabei nicht nur den Gesamtbestand des Forsts in Frage, sondern hätte auch gesundheitliche Gefahren für den Menschen dargestellt. So kann das Einatmen der Pilzsporen die Atemwege beeinträchtigen. Insgesamt wäre die forstliche Maßnahme deshalb nicht nur aus Gründen der Verkehrssicherung geboten, sondern ebenso zum Gesundheitsschutz der Anlieger und Nutzer unumgänglich, denn die durch den Zechenwald verlaufenden Wege würden von Spaziergängern zur Naherholung und Schulkindern genutzt.

Der Zechenwald entstand seinerzeit als Emissionsschutz-Bepflanzung für die Kohlenlager der Zeche Niederberg. Er wird seitdem regelmäßig durch die Forstbehörde begutachtet. Der Eigentümer ist wiederum verpflichtet, den Waldbestand zu pflegen, zu verjüngen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Stadtverwaltung vertraue darauf, dass dies in guter fachlicher Praxis erfolgt, heißt es in einer Mitteilung.

So die Fläche in naher Zukunft instandgesetzt ist, kann die ohnehin geplante Übernahme durch die Stadt Neukirchen-Vluyn erfolgen. Sie wird dann künftig die Begutachtung und Pflege des Forsts übernehmen.

Auch an anderer Stelle im Stadtgebiet müssen in der kommenden Woche Bäume gefällt werden. In Neukirchen an der Hochstraße stehen auf Höhe des evangelischen Friedhofs elf Gewöhnliche Rosskastanien. Sie alle weisen das Krankheitsbild der Pseudomonas-Rindenkrankheit auf und müssen deswegen aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden, teilt die Stadtverwaltung mit.

Bereits in den vergangenen Jahren wäre bei den regelmäßigen Baumbegutachtungen eine verminderte Vitalität der Bäume festgestellt worden. Die Pseudomonas-Rindenkrankheit geht oft mit einem Pilzbefall einher, der die Bäume schwächt. Auch das Herausbrechen von Ästen sei dann möglich. „Die Stadtverwaltung muss daher ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen und die Bäume fällen“, heißt es in einer Mitteilung. Zwei Bäume waren schon entnommen worden, die restlichen neun Fällungen erfolgen voraussichtlich am Dienstag, 26., und am Mittwoch, 27. Januar. Dabei könne es im Zeitraum von 7 bis 17 Uhr zu Beeinträchtigungen für die Anwohner kommen. Die Stadtverwaltung ist bemüht, diese auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Mit dem Beschluss zur Fällung einher geht die Entscheidung, die Bäume im gleichen Umfang zu ersetzen. Die Pflanzung elf neuer, widerstandsfähiger und an die zunehmende Trockenheit im Sommer angepasster Bäume soll im Herbst dieses Jahres erfolgen.