Neukirchen-Vluyn: Flüchtlinge bleiben in der ehemaligen Dörpfeldschule

Aus dem Stadtrat : Flüchtlinge bleiben in der ehemaligen Dörpfeldschule

Bereits im Sozialausschuss waren die Standpunkte der Parteien aufeinander geprallt, was mit der Flüchtlingsunterkunft auf dem Areal der ehemaligen Dörpfeldschule passieren soll. Gleiches zeigte sich jetzt im Rat.

Die CDU und der FDP-Ratsherr Norbert Gebuhr hatten die Errichtung einer Kita mit Hilfe eines Privatinvestors, der das Areal erwirbt, ins Spiel gebracht. Auch im Rat stieß das auf den erbitterten Widerstand der SPD und – etwas differenzierter – der Grünen. Seine Fraktion sei bei dem Punkt „nachdenklich und traurig“ darüber, dass bei einigen „wenig Weitblick und Gestaltungswille“ erkennbar sei, betonte CDU-Fraktionschef Markus Nacke. „Und ein wenig Mutlosigkeit“, sich da „einen Ruck“ zu geben. Denn die CDU wertete den Antrag für eine Kita an dem Standort als „mittelgroße Chance für Neukirchen-Vluyn“, um einen neuen Bildungsstandort zu schaffen. „Wir alle sind uns drüber einig, dass der Bedarf da ist und eine Kita benötigt wird. Und die Grundschulen werden immer voller.“

Es gebe Alternativen, die 26 Frauen mit Kindern aus dem Flüchtlingsheim in der Stadt menschenwürdig unterzubringen. Er sprach sich dafür aus, den Vorschlag an die Verwaltung zurückzugeben, um Alternativen und Ideen zu prüfen, „die den Standort nach vorne bringen.“

„Das sind Menschen, die schlimme Sachen erlebt haben“, argumentierte hingegen SPD-Ratsherr Hans-Joachim Rupprecht. Der SPD-Fraktionsvize Richard Stanczyk machte mit Verweis auf die Diakonie deutlich, dass ein Wechsel der Unterkunft für diese 26 traumatisierten Menschen keinen Sinn macht.

Tom Wagener argumentierte für die Grünen, dass man Flüchtlinge nicht gegen Kinder ausspielen und nach einer sinnvollen Lösung für eine Kita lösen solle. Er regte an, die Verwaltung prüfen zu lassen, ob auf dem restlichen Areal der früheren Dörpfeldschule ein dreizügiger Kita-Standort möglich ist. Letztendlich erfolgte der mehrheitliche Beschluss, dass die Flüchtlinge auf der Jahnstraße bleiben. Der Grünen-Vorstoß soll geprüft werden.

Mehr von RP ONLINE