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Neukirchen-Vluyn: Feuerwehr und Bürgerschaft spenden für Flutopfer

Feuerwehr Neukirchen-Vluyn : 32.000 Euro für flutgeschädigte Kameraden in Erftstadt

Mit Sirenengeheul machte die Freiwillige Feuerwehr Anfang August auf eine Spendenaktion für flutgeschädigte Kameradinnen und Kameraden aufmerksam. Den gesammelten Betrag von knapp 25.000 Euro wurde auf 32.000 Euro aufgestockt und nun der Feuerwehr Erftstadt zur Verfügung gestellt.

Anfang August führte die Freiwillige Feuerwehr Neukirchen-Vluyn eine große Spendenaktion für flutgeschädigte Feuerwehrangehörige der Starkregen- und Flutkatastrophe von Mitte Juli durch. Ziel war es, einen großen Spendenbetrag zu sammeln. Um auf die Spendenaktion aufmerksam zu machen, heulten am 6. August, um 18 Uhr in Neukirchen-Vluyn die Sirenen.

Die Feuerwehr sammelte auf den Wochenmärkten, auf dem Feierabendmarkt in Vluyn, mit einer Straßensammlung in Rayen und Hochkamer sowie an vielen zentralen Punkten in Neukirchen-Vluyn. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen: es kamen 24.817,27 Euro zusammen. „Die Spendenbereitschaft der Neukirchen-Vluyner Bevölkerung war einfach überragend“, fasst der Leiter der Feuerwehr, Lutz Reimann, das Ergebnis zusammen. Die Feuerwehr Neukirchen-Vluyn stockte den Betrag aus eigenen Mitteln auf 32.000 Euro auf. Aufgrund der bestehenden Kontakte und der Kenntnisse über die Lage, unter anderem aus dem überörtlichen Einsatz in Erftstadt-Blessem, entschied man sich, den Betrag für die betroffenen Feuerwehrangehörigen der Feuerwehr Erftstadt zur Verfügung zu stellen. Die gesamte Summe steht 1:1 zur Verfügung. Der Betrag aus Neukirchen-Vluyn macht rund 20 Prozent des bei der Feuerwehr Erftstadt eingegangen Spendenbetrags aus. Vor Ort organisiert der Förderverein der Feuerwehr Erftstadt die Unterstützung der Betroffenen. Insgesamt gingen beim Förderverein 58 Anträge auf finanzielle Unterstützung von betroffenen Feuerwehrangehörigen ein, die von Daniel Baumann, Mitglied des Vorstands, und einem Team bearbeitet werden. Die Anträge wurden nach den angegebenen Schadenshöhen in vier Kategorien unterteilt und Entschädigungspauschalen festgelegt. Die Betroffenen erhalten Beträge zwischen 500 und 5000 Euro. „Damit kann man die Schäden nicht ersetzen, jedoch ist dies eine willkommene Überbrückungshilfe“, beschreibt Kassierer Daniel Baumann die Situation.

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Es gebe 14 Kameradinnen und Kameraden, die Sachschäden von mehr als 50.000 Euro erlitten hätten. Diese hätten jeweils die Höchstpauschale von 5000 Euro überwiesen bekommen. Die gemeldeten Schäden seien sehr unterschiedlich. Ein Kamerad, der seit 27 Jahren in der Feuerwehr aktiv ist, berichtete zum Beispiel, dass seine Familie einen Schaden an Haus und Hausstand von ca. 75.000 Euro erlitten hat. Das Wasser stand auch in der Wohnung in der ersten Etage 1,60 Meter hoch. Da er zu diesem Zeitpunkt 14 Stunden im Einsatz mit der Feuerwehr war, konnte er nichts retten und hat alles verloren. Die gesamte Einrichtung, Türen, Heizung und viele mehr wurden zerstört. Auch die rund 100 Hühner der eigenen Zucht der Familie sind den Fluten zum Opfer gefallen. Ein anderer Kamerad schilderte, wie es ihm ergangen ist: Selbst ein noch kurzfristig gebauter Damm, der das Haus schützen sollte, wurde überflutet. Das Wasser stand bis zur Kellerdecke, verschonte aber das Erdgeschoss. Da der Keller jedoch eine sehr umfangreiche Feuerwehrsammlung mit Exponaten aus aller Welt zum Aufbau eines Feuerwehrmuseums enthielt, ist alleine dadurch der Schaden erheblich. Rund 500 Modellfahrzeuge sowie zahlreiche Uniformen, Helme, Kappen, Abzeichen, Orden, Gerätschaften und jede Menge andere Dinge wurden unwiederbringlich zerstört. Auch die in einer Halle abgestellte Kutschen – teilweise aus dem 19. Jahrhundert – wurden zerstört.