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Neukirchen-Vluyn: Bürgermeisterkandidat Ralf Köpke geht auf Tour mit einem rotem Sofa.

Ralf Köpke : Bürgermeisterkandidat auf Tour mit rotem Sofa

Beim Wahlkampf des unabhängigen Kandidaten Ralf Köpke und der SPD spielt eine Film- und Gesprächsreihe im Internet eine wichtige Rolle.

In nicht einmal vier Monaten sind Kommunal- und Bürgermeisterwahlen. Höchste Zeit, auf Stimmenfang zu gehen. Die SPD Neukirchen-Vluyn und der von ihr unterstützte Bürgermeisterkandidat Ralf Köpke sind in den Wahlkampf gestartet. Seit Anfang der Woche werden „Steckbriefe“ der Kandidaten verteilt. „Wenn es möglich ist, werden wir irgendwann auch an den Haustüren klingeln“, sagte am Mittwoch die SPD-Vorsitzende Elke Buttkereit. Aufgrund des derzeitigen Kontaktverbots werde es aber in weiten Teilen ein anderer Wahlkampf sein als sonst, die Rolle des Internets und der sozialen Medien sei groß. „Wir bauen auch darauf, dass unsere Kandidaten in den Bezirken bekannt und gut vernetzt sind“, sagte Buttkereit.

Zusammen mit der SPD hat Köpke ein Format unter dem Titel „Köpke und das rote Sofa“ entwickelt: Er sitzt auf besagtem Sofa an verschiedenen Stellen der Stadt und schildert seine Ideen und Vorstellungen zu passenden Themen. Das Ganze wird mit dem Handy gefilmt und als Video ins Netz gestellt. 15 Wochen lang wird jeden Sonntag eine neue Folge von „Köpke und das rote Sofa“ auf seiner Facebook-Seite gezeigt. „Nach jeder Folge können die Leute mich per Handy oder Mail kontaktieren und mit mir diskutieren.“

 Ralf Köpke und die SPD-Vorsitzende Elke Buttkereit.
Ralf Köpke und die SPD-Vorsitzende Elke Buttkereit. Foto: Josef Pogorzalek
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Der erste Termin ist am 24. Mai um 11 Uhr, dann ist Köpke mit dem Sofa auf dem Niederberg-Gelände. Natürlich soll das Sofa samt Köpke auch „live“ zum Einsatz kommen. Wo und wann, steht noch nicht fest. Wünsche und Vorschläge von Neukirchen-Vluyner seien willkommen. „Dannn komme ich, und wir reden solange es nötig ist.“

 Die Forderungen, die Wahl zu verschieben, ebben nicht ab. Köpke begrüßt aber, dass die Landesregierung an dem Termin 13. September festhält. „Wir sollten ein Zeichen setzen, dass die Demokratie in der Krise funktioniert“, sagte er. Dabei hatte er auch die rund 100 Demonstrationen im Blick, die es allein in Nordrhein-Westfalen am vergangenen Wochenende gegeben habe. „Diese Leute stellen die Demokratie infrage.“ Er sei überzeugt, dass „man Kommunalwahlen durchführen und Wahlkampf machen kann“. Dabei begrüße er auch die Gesetzesänderungen, die die Landesregierung mit Unterstützung von SPD und FDP plant. Dazu gehören die Reduzierung der Zahl der notwendigen Unterstützerunterschriften für Gruppierungen, die antreten wollen und eine Verlängerung der Frist zur Abgabe der Unterschriften um elf Tage.

Inhaltlich wollen Köpke und die SPD Themen wie Arbeit und Wirtschaft, Bildung, Verkehr, Digitalisierung in den Vordergrund stellen. Und natürlich die kommunalen Finanzen. Ein Rettungsschirm für die durch die Coronakrise geschädigten Kommunen sei wichtig. „Der städtische Haushalt darf durch die Stundung der Gewerbesteuer oder Einkommensteuerverluste nicht belastet werden“, sagte Köpke. Er freue sich auf den Wahlkampf. „Ich bekomme viel Zuspruch.“ Als unabhäniger Bürgermeisterkandidat (und, wenn die Wähler wollen, Bürgermeister) sehe er seine große Chance darin, „Mehrheiten zu finden und Dinge nach vorne zu bringen.“ Zum Beispiel bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Neukirchen-Vluyn hat 8000, das ist viel zu wenig.“ Neue Gewerbeansiedlungen seien wichtig. „Wir müssen anpacken und nicht immer alles zerreden.“