Neukirchen-Vluyn: Bergbau-Kameradschaft hält seit 70 Jahren.

70 Jahre Niederberger Schlosserkameradschaft : Bergbau-Kameradschaft hält seit 70 Jahren

17 Jahre ist die Zeche Niederberg schon geschlossen, aber deren Schlosserkameradschaft von damals gibt es immer noch. Am Samstag feierte sie im Neukirchen-Vluyner Sportpark Klingerhuf ihr 70-jähriges Bestehen.

Rund 80 Gäste konnte Josef Schröder, der heutige Vorsitzende der erst vor 21 Jahren offiziell als Verein eingetragenen Gemeinschaft, begrüßen. Vorher, so erklärte er, sei die Niederberger Schlosserkameradschaft in erster Linie eine Art „Freude- und Leidkasse“ der in der Zeche unter Tage arbeitenden Schlosser gewesen. Dabei habe man sich nicht nur für die Festigung der Kameradschaft und die Geselligkeitspflege, sondern auch für die finanzielle Unterstützung von Familienangehörigen, vor allem bei beruflichen Unglücksfällen eingesetzt. „Zu den noch guten Zeiten der Zeche hatte unsere Kameradschaft rund 180 Mitglieder, damals alle ausschließlich Schlosser. Jetzt sind wir noch etwa 60, einige davon inzwischen auch aus anderen bergmännischen Berufen oder einfach nur Freunde, die die Traditionen des regionalen Bergbaus hier aufrechterhalten wollen“, so Josef Schröder: „Soweit wir das herausfinden konnten, ist unsere Kameradschaft mit ihren 70 Jahren, sogar die älteste im ganzen Ruhrgebiet.“

Dementsprechend erinnerungsträchtig war dann auch das Unterhaltungsprogramm an diesem Abend. Das begann nach der Begrüßung durch Josef Schröder und einer kurzen Geburtstagsgratulation der stellvertretenden Neukirchen-Vluyner Bürgermeisterin Claudia Wilps zunächst mit einer 20-minütigen Diaschau zur Geschichte des örtlichen Bergbaus und natürlich speziell zu den zahlreichen geselligen Aktivitäten der Niederberger Schlosserkameraden, wie zum Beispiel der regelmäßigen Teilnahme am örtlichen Karnevalstreiben. Im Rahmen der Schau fand außerdem die feierliche Ehrung einiger langjähriger Vereinsmitglieder statt, darunter die von Karl Dülberg und Oskar Böhm, die beide schon bei der Gründung der Schlosserkameradschaft vor 70 Jahren mit dabei gewesen waren. Letzterer bedankte sich seinerseits bei Josef Schröder für seinen inzwischen fast 15-jährigen Vereinsvorsitz mit einer alten Bergmannstaschenuhr. „Danke lieber Josef. Wir hätten keinen besseren bekommen können.“ Mit dem anschließenden, von allen Besuchern gesungenen „Steigerlied“ endete schließlich der offizielle Teil des Abends. Ab jetzt galten alle weiteren Programmpunkte ausschließlich der gemeinsamen Geselligkeit. Die musikalische Einleitung dazu übernahm in diesem Fall die aus vier ehemaligen Bergleuten zusammengesetzte Band „Die Püttrologen“ mit dem Song „Dat is Heimat, dat is Ruhrpott durch und durch“. Anschließend übergaben sie dann das Mikrofon an den Bochumer Bergmannssänger „Rudi Cash“, der in den nächsten 30 Minuten vor allem den Bergmann als Kumpel und das traurige Ende des Kohlebergbaus im Ruhrpott besang.

Ihm folgte der Oberhausener Andree Kontorowitz mit einem frechen Komiker-Programm, bevor die „Püttrologen“ und Klaus Radimerski am DJ-Pult den Abend schließlich mit flotter Tanzmusik ausklingen ließen.

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